Papaveraceae
Papaver
Papaver somniferum L.
Mohn
Schlafmohn
Bastelmohn (ger.), Blaumohn (ger.), Breadseed poppy (engl.), Gartenmohn (ger.), Opium poppy (engl.), Papavero domestico (ital.), Pavot officinal (franz.), Pavot somnifère (franz.), Schlafmohn (ger.), Somnifacient poppy (engl.)
7, 4, 6, 3, 2, 5, (1)
T8.3.1
warmer Standort [25]
VI-VIII [4]
CAVE: Opium unterliegt mitsamt seinen Zubereitungen dem Betäubungsmittelgesetz [4], ebenso homöopathische Verdünnungen bis D6 [4]; Morphin hat ein hohes Abhängigkeitspotential [4][18], jedoch nicht in der Schmerztherapie [4]; Daneben schränkt es die Atemfunktion ein, verzögert die Magenentleerung und führt zu Darmträgheit und Verstopfung [4][18]; Einsatz von abgekochten Mohnköpfen gegen Husten und als Beruhigungsmittel für Säuglinge führte früher zu tödlichen Vergiftungen und wird heute entschieden abgelehnt [4]
Ganze Pflanze, Samenkapsel, Milchsaft
[Milchsaft]: >40 Isochinolinalkaloide [4][18] (v.a. Morphin (3-23 %, 10-12 %) [4][18], u.a. Codein (2,5-10 %) [4][18], Thebain vom Morphinan-Typ [4], Isothebain, Oripavin, Alpinigenin), Benzylisochinolinalkaloide [4] (Papaverin [4], (-)-Noscapin (= Narcotin, 2-10 %) [4][18]), Narcein [4]) alles i.d.R. gebunden an Pflanzensäuren [4] (wie Meconsäure [4], Fumarsäure [4], Milchsäure [4]), Schleimstoffe [4], Harze [4]; [Samen]: Fettes Öl [4] (mit Glyceriden [4] der Linolsäure (60 %) [4], Ölsäure (30 %) [4], Linolensäure (5 %) [4], Palmitinsäure [4], Stearinsäure [4]
Hoher Wirkstoffgehalt in Indien/Türkei (Opium), S-Eu (Fettes Öl) [11]; Entweder für die Opiumproduktion (legal in Indien, Türkei, u.a.) oder zur Ölgewinnung (S-Eu, etc.) angebaut [18]; Wirkstoffgehalt stark variabel; Morphingehalt schwankt von 3-23 % bzw. 10-12 % [4][18]; Narcotingehalt schwankt zwischen 2-10 % [18]; Codeingehalt schwankt zwischen 2,5-10 %) [18]; Die Gesamtwirkung ergibt sich aus den verschiedenartigen Eigenschaften der enthaltenen Alkaloide [4], sie ist deutlich von der des Morphins und der anderen Alkaloide zu trennen [4]; Stängel und unreife Mohnköpfe (Papaveris immaturi fructus, von den Samen befreit) enthalten auch in unseren Klimagebieten geringe Mengen Alkaloide und können heute zur Morphingewinnung herangezogen werden [4]; Weißer Milchsaft (Latex) wird durch Lufttrocknen schnell bräunlich [4]; reife Samen sind alkaloidfrei! [4]
M(Morphin in standardisierten Arzneimitteln): stark schmerzstillend (z.B. bei Tumorpatienten) (2) [4][18], euphorisierend [4][18], Magendarmstörungen [18], Magendarmstörungen (2) [4], darmberuhigend bei Operationen und schweren Schmerzzuständen [4]; M(Codein in standardisierten Arzneimitteln): schmerzstillend [4][18], euphorisierend [18]; M(Codein oder Noscapin in standardisierten Arzneimitteln): hustenreizstillend [4][18], festsitzender nicht-produktiver Husten [18]; M(Papaverin): erschlaffend auf glatte Muskulatur [4], krampflösend [4], krampfartige Magendarmbeschwerden [4], krampfartige Gallenwegsbeschwerden [4], krampfartige Harnwegsbeschwerden [4]; M(Fettes Öl der Samen): Nahrungsergänzungsmittel (2) [4]
M: Reinalkaloide in standardisierten Fertigarzneimitteln [4][18], Opiumtinktur aus Opium mit standardisiertem 10 % Morphingehalt und sonstigem Gesamtalkaloidgehalt (Opii pulvis normatus) [Pharm, PhEur] [4][18]; M(Fettes Öl): Nahrungsergänzungsmittel [4]; M(früher): Opiumextrakt [18], Opiumpulver [18]; V: Abgekochte Mohnköpfe [4]; Hom: "Opium" [4]; Lb(reife Samen): Bäckerei-Produkte [4], Herstellung des Fetten Öls [4] und Speiseöl [4]; X(Fettes Öl der reifen Samen): Salben [4], Linimente [4]
Benjamin Busse
26.04.2025