Lamiaceae
Salvia
Salvia officinalis L.
Salbei
Echter Salbei
Chüechlichrut (swiss), Common Sage (engl.), Dalmatinischer Salbei (ger.), Edelsalbei (ger.), Garden Sage (engl.), Garten-Salbei (ger.), Gartensalbei (ger.), Königssalbei (ger.), Kreuzsalbei (ger.), Müsliblätter (ger.), Mutterkraut (ger.), Sage (engl.), Salbine (ger.), Salver (ger.), Salvia (ital.), Salvia Officinal (span.), Sauge Commune (franz.), Sauge Officinale (franz.), Zahnblätter (ger.)
CAVE: Da Thujon ein Nervengift ist, wird es für die Neurotoxizität des Ätherischen Öls verantwortlich gemacht [18], daher wird die innerliche Anwendung von Salvia officinalis nur in geringer Dosierung empfohlen! [18]; Im arzneilich verwendeten Dalmatinischen Salbeiöl darf Thujon nicht enthalten sein! [4];CAVE(max): Salvia officinalis darf innerlich nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden! [18]; Nach Einnahme von reinem Salbeiöl oder alkoholischen Auszügen der Droge über längere Zeit oder bei Überdosierung kann es aufgrund des hohen Thujon-Gehaltes zu schwerwiegenden Nebenwirkungen mit Krämpfen kommen! [4]; Der Tee ist ebenfalls nicht für den Dauergebrauch geeignet [4], nicht in hohen Dosen anwenden! [4]
Ganze Pflanze, Blätter
[Blätter]: Ätherisches Öl (bis zu 3,6 %) [4][18] (v.a. α- und β-Thujon (viel, gemeinsam 35-60 %) [4][18], 1,8-Cineol (wenig) [4][18] (Eucalyptol (6-16 %) [4]), Campher (14-37 %) [4][18]), u.a. Monoterpene [4][18] und Sesquiterpene [4] (u.a. Borneol [4], Linalool [4])), Lamiaceen-Gerbstoffe/Phenolcarbonsäuren [4][18] (Rosmarinsäure [4][18]), Diterpene/Diterpen-Bitterstoffe [4][18] (Carnosol (= Pikrosalvin, Bitterwert 14000, entsteht beim Trocknen aus Carnosolsäure) [4][18], Carnosolsäure [4], Rosmanol [18]), Triterpene [4][18] (Oleanolsäure [18], Ursolsäure [4][18], u.a. Derivate [18]), Phenolglykoside [4], Flavonoide [4][18], Flavone
Die beobachteten krampflösenden, schweißhemmenden, antimikrobiellen und antiviralen Wirkungen konnten experimentell bestätigt werden [18]; Als Gewürz können Salbeiblätter die Haltbarkeit von Speisen verlängern aufgrund den enthaltenen Phenolglykosiden und Diterpen-Bitterstoffen [4]; Der Ursolsäure spricht man entzündungshemmende Effekte bei äußerlicher Anwendung zu [4]; Salbeiblätter setzt man (innerlich und äußerlich) auch als schweißhemmendes Mittel zur Einschränkung übermäßiger Schweißsekretion z.B. bei Nachtschweiß in der Rekonvaleszenz oder auch nervöser Ursache ein [4]
Der Gattungsname Salvia leitet sich vom lateinischen salvus (gesund) ab [18], mehrere Salvia-Arten werden medizinisch genutzt [18]; Nahe verwandt und ähnlich genutzt wie Salvia officinalis werden Salvia fruticosa und Salvia lavandulifolia [18]; Das Ätherische Öl des Griechischen Salbei weist eine andere Zusammensetzung als Dalmatinisches Salbeiöl (vom Echten Salbei) auf [4], hervorzuheben ist hier v.a. der niedrigere Thujon-Gehalt als beim Echten Salbei [4]; im arzneilich verwendeten Dalmatinischen Salbeiöl darf Thujon nicht enthalten sein! [4]
Hoher Wirkstoffgehalt zur Blüte; Synergien (Ätherisches Öl + Gerbstoffe) = entzündliche Hauterkrankung + Magendarmstörungen; Kultivierte Pflanzen in Mitteleuropa sind viel weniger behaart [4]
M(Blätter): äusserlich antiseptisch [18], Zahnfleischentzündungen/Parodontose [4][18], Prothesendruckstellen [4], Schleimhautentzündungen (Mund- und Rachenraum) [18], Schleimhautentzündungen (Mund- und Rachenraum) (2) [4], antimikrobiell [4], adstringierend [4], entzündungshemmend [4], verdauungsfördernd [18], verdorbener Magen [18], Blähungen [4][18], blähungslindernd [18], Völlegefühl [4], Verdauungsstörungen [4], Magendarmstörungen [4][18], schwach krampflösend [4][18], leichtere krampfartige Magendarmbeschwerden [4], schweißhemmend (2) [18], schweißhemmend [4], Nachtschweiß (in der Rekonvaleszenz) [4][18], nervöser Schweiß [4], übermäßiges Schwitzen (2) [18]
M(Blätter, obsolet): Antidiabetikum [18]
Hom: Schweißbildungsstörungen [4], schweißtreibend
CAVE(ki): Schwangerschaft [4]
M(Ätherisches Öl): Dalmatinisches Salbeiöl [4]; M(Blätter): Gurgel- und Spülmittel [4], schweißhemmendes Mittel [4]; V(Blüten): Blütenextrakte frei von Ätherischem Öl [4]; Hom: Salvia officinalis [HAB] [4]; Gw: Küchengewürz (für Fleischgerichte) [18], Bestandteil einer traditionellen Kräutermischung ("Bouquet garni"/Kräutersträußchen zum Aromatisieren von Bouillon, dickflüssigeren Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten mitgekocht und kurz vor dem Servieren entfernt; Traditionell besteht es frisch aus drei Petersilienstängeln, einem Zweig Thymian und einem kleinen Lorbeerblatt, getrockneter Thymian wird meist in ein Lauchblatt gehüllt, um zu vermeiden, dass sich harte Krautbestandteile im Gericht verteilen; Je nach Verwendungszweck kann das Bouquet garni aber auch variiert werden: So werden für Lamm oder auch rote Saucen andere Kräuter wie Basilikum, Sellerieblätter, Pimpinelle, Kerbel, Estragon, Rosmarin, Bohnenkraut oder auch Komponenten wie Zitronenschale und Wurzelgemüse verwendet; Das Bouquet für Schweinefleisch enthält meist Salbei, Thymian und Majoran, das für Geflügel Sellerie, Petersilie, Thymian, Majoran, Estragon und Lorbeer; Ein Bouquet für Meeresfrüchte besteht üblicherweise aus Dill, Estragon und Zitronenschale) [24]
Eth [12]
Benjamin Busse
27.11.2024