Celastraceae
Catha
Catha edulis (VAHL) FORSSK. ex ENDL.
Catha forsskalii A.RICH., Catha glauca (ECKL. & ZEYH.) A.CHEV., Catha inermis J.F.GMEL., Celastrus edulis VAHL, Celastrus tsaad FERREIRA & GALEOTTI ex WALP., Dillonia abyssinica SACLEUX, Hartogia thea E.MEY., Methyscophyllum glaucum ECKL. & ZEYH., Trigonotheca serrata HOCHST.
Kathstrauch
Kathstrauch
Abessinischer Tee (ger.), Al-qāt (arab.), Aluta (afr.swahili), Cafta (engl.), Catha (ital.), Jaat (afr.somali), Jaba (afr.swahili), Jimaa (afr.oromo), Khaad (afr.somali), Khat (engl., afr.somali), Khat tree (engl.), Khatstrauch (ger.), Miraa (afr.swahili), Muguka (afr.swahili), Qaad (afr.somali), Qat (engl., franz.)
Mai-Juli [4]
Erste Ernte nach 3-4 Jahren [11]
CAVE: Khat wird seit 1980 durch WHO als „Missbrauchsdroge“ klassifiziert, welche psychische Abhängigkeit hervorrufen kann, obwohl die WHO die Khat-Sucht nicht als ernstes oder globales Problem ansieht [24]. Vorsicht bei der Verwendung als Appetithemmer aufgrund der schweren Nebenwirkungen [18]. Sofort eintretende Wirkungen sind psychische Erregung, Wachsamkeit, Konzentration, Vertrauen, Euphorie, Freundlichkeit, Gesprächsbereitschaft, dagegen sind Nebenwirkungen: Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Mydriasis, Hypertonie, Tachykardie, Schlaflosigkeit, Manie, Psychose, Denkstörungen, beeinträchtigte Hemmung (ähnlich wie Alkohol) [4][24]. Im Tierversuch mit Ratten löste es aggressives Verhalten aus, Menschen macht es jedoch eher antriebsarm [24]. Kath verursacht in der Regel keine physischen jedoch psychischen Abhängigkeiten [24]. Auch deshalb unterliegt das im Kath enthaltene Cathinon in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz [4][24], wodurch Besitz und Handel von Kath reglementiert sind [24]; die Verwendung von Khat ist in vielen Ländern gesetzlich eingeschränkt [18]. Die Legalität von Khat variiert je nach Region und Land; In vielen Gebieten mag Khat als botanische Art „unter dem Radar“ bleiben (also keine speziell kontrollierte Substanz sein), seine Freizeitnutzung kann jedoch nach allgemeineren Gesetzen dennoch illegal sein. In vielen Regionen ist es eine streng kontrollierte Substanz [24]. In den Vereinigten Arabischen Emiraten kann die Strafe für den Besitz, die Verwendung oder die Verteilung von Khat eine lebenslange Haftstrafe umfassen. Im Gegensatz dazu sind die Produktion, der Verkauf und der Konsum in den Ländern, in denen die Verwendung kulturell bedeutsam ist, einschließlich Dschibuti, Äthiopien, Kenia, Somalia, Sudan, Uganda und Jemen, völlig legal – oder werden überhaupt nicht in einem rechtlichen Kontext erwähnt. In Israel, wo eine Bevölkerung jemenitischer Juden lebt, ist nur der Verzehr der Blätter der Pflanze in ihrem natürlichen Zustand erlaubt. Legal ist Kath auch z.B. in Großbritannien, allerdings hat die britische Regierung im Juli 2013 entgegen den Empfehlungen einer von ihr einberufenen Expertenkommission angekündigt, Kath verbieten zu wollen [24]. Täglicher Konsum kann für ärmere Familien zu einer finanziellen Belastung werden. Im Dezember 2007 erklärte der damalige Präsident Jemens Ali Abdullah Salih, er selbst wolle das Kathkauen aufgeben, um damit den Bewohnern seines Landes mit gutem Beispiel voranzugehen. Im Jemen geben viele Bürger einen Großteil ihres Vermögens für ihre Angewohnheit aus. 90 % des Wasserverbrauchs im Jemen ist auf die Landwirtschaft zurückzuführen und davon wiederum die Hälfte auf den Anbau von Kath; dies führt zunehmend zur Verschärfung des Problems der Wasserknappheit in dem niederschlagsarmen Land. Der Anbau von Kath ist auch dafür verantwortlich zu machen, dass der Jemen inzwischen den Großteil seiner Nahrungsmittel importieren muss, da sich der Anbau von Getreide für die Landwirte im Vergleich zu Kath nicht lohnt: Der Anbau und Verkauf von Kath bringt mindestens den zehnfachen Ertrag von Getreide ein [24]
CAVE(max): Häufiger Kathkonsum führt zu Depression, Halluzinationen (selten), erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall nach akutem Koronarsyndrom, Gewichtsverlust [24]. Größere Mengen führen zu Hyperaktivität, Verwirrtheit, Müdigkeit und Benommenheit oder gar einer Vergiftung, die Magenkrämpfe, Erbrechen und sogar einen Kollaps auslösen kann. Dauerkonsum führt oft zu Schlafstörungen, Impotenz und antisozialem Verhalten [24]. Bei Dauergebrauch folgen Abmagerung, erhöhte Infektanfälligkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit, Abhängigkeit mit geistigem und körperlichem Verfall [4]. Übermäßiger oder andauernder Genuss wird nicht empfohlen, da Bluthochdruck, Abhängigkeit, aggressives Verhalten und Persönlichkeitsstörungen resultieren können [18]. Langjähriger Kathkonsum scheint mit einem erhöhten Risiko von koronaren Herzkrankheiten zu sein. Eine Studie aus Katar identifizierte Kath-Konsum als Risikofaktor für durch Gehirnblutungen ausgelöste Schlaganfälle und koronare Herzerkrankungen. Ebenso hatten die Patienten einen deutlich schwereren Erkrankungsverlauf [24] Während der Schwangerschaft kann Kath zu einer geringeren Sauerstoffversorgung des Fötus und damit zu einem erhöhten Risiko für Frühgeburten führen [24]
CAVE(CZ): Kathkonsum ist mit einem erhöhten Risiko an Karzinomen der Mundschleimhaut, evtl. auch mit Krebserkrankungen im Verdauungstrakt, assoziiert [4][24]. Der Jemen hat die weltweit höchste Rate an Mund-, Speiseröhren- und Zungenkrebs, wofür im Wesentlichen der unkontrollierte und unsachgemäßige Einsatz von Pestiziden durch die Kath-Bauern verantwortlich ist [24]
Benjamin Busse
13.10.2025