Juglandaceae
Juglans
Juglans regia L.
Walnuss
Echte Walnuss
Baumnuss (ger.), Black sea walnut (engl.), Christnuss (ger.), Common walnut (engl.), Common walnut tree (engl.), English walnut (engl.), English walnut tree (engl.), Noce (ital.), Noyer royal (franz.), Nussbaum (ger.), Persian walnut (engl.), Persian walnut tree (engl.), Persische Walnuss (ger.), Steinnuss (ger.), Valnød (dän.), Valnöt (schwed.), Walnuss (ger.), Walnussbaum (ger.), Walnut (engl.), Welschnuss (ger.), Welschnussbaum (ger.)
H: Blk [4], Kas [18], W-Kas, S-Kas, Syrien; V: SW-As [4] bis China [4], Kirgisistan [24], Tianshan-Gebirge [24], weiter verwildert [4], östl. Med [24], Blk [24], Vas [24], M-As [24], M-Eu [24], Hmy [24], Deutschland (Rheingebiet, Donaugebiet) [24], Österreich (Flussgebiete Alm, Enns, Traun) [24]; A: weiter kultiviert [4], Eu [18], As [18], fast weltweit [18]
4, 6, 7, 3, (5), (2), (8)
L5.2.3, T1.1.2.1, T2, T10.3.1
6
8
6
2
7
7?
0
IV-V [4]
CAVE(CZ): Für Juglon in den frischen Blättern sind gewisse zellschädigende Eigenschaften nachgewiesen; daher keine regelmäßige Anwendung! [4]
Frische Blätter [4]
Getrocknete Fiederblätter (von der Spindel befreit) (Juglandis folium) [Pharm, Komm.E+, DAC] [4][18], äußere Fruchtschale (Juglandis fructus cortex) [Pharm, Komm.E+] [18], Nussfrucht [18]; Hom: Frische grüne äußere Fruchtschale [4] und Blätter [4] (zu gleichen Teilen [4]); Fä: Getrocknete Fruchtschale [4]; Lb: Kerne/Samen
[Blätter]: Gerbstoffe (reichlich, etwa 10 %) [4][18] (Ellagitannine [4][18], Catechine [18]), Flavonoide (3-4 %) [4][18], Organische Säuren [18], Phenolcarbonsäuren [4], Ascorbinsäure (viel) [4], Ätherisches Öl (wenig) [4] (v.a. Germacren D [18]), Naphthochinonderivate als Glykoside (wenig) [4][18] (wie Juglon [4][18] (5-Hydroxy-1,4-naphthochinon [18]), Hydrojuglon [4][18]; [v.a. in Fruchtschalen]: Naphthochinonderivate [4] als Glykoside [4] (wie Juglon [4], Hydrojuglon [4]); [Fettes Walnussöl der Samen]: Triglyceride [4] (v.a. der Linolsäure (hoher Gehalt) [4][18], Linolensäure [4], Ölsäure [4])
Der therapeutische Nutzen von Walnussblättern bei der Behandlung von Hautproblemen wird v.a. auf die Gerbstoffe zurückgeführt (adstringierend, entzündungshemmend, antimikrobiell) [18], aber auch auf Juglon und Germacren D [18], sie besitzen insgesamt antimikrobielle Aktivitäten [18]; Catechine bewirken eine natürliche TNF-alpha-(Tumornekrosefaktor)-Hemmung [Pharma]; Abkochungen traditionell gegen Wanzen und Läuse [18]
Walnüsse enthalten viel Serotonin [24]; Die Echte Walnuss ist bereits für das Tertiär belegt [24]; Es wird vermutet, dass sie in Syrien sowie West- und Südanatolien die Eiszeiten überstand [24]; Kirgisistan ist mit nur 4 % Waldfläche eines der waldärmsten Länder Asiens, beherbergt aber die größten Nussbaumbestände der Welt [24]
Getrocknete Blattdroge enthält im Gegensatz zu den frischen Blättern nur in Spuren Juglon [4][18]; Die braunen und schwarzen Pigmente, die sich bei Verletzung der grünen Pflanzenteile bilden, sind instabile Juglonpolymere [18], deshalb ist der Gehalt in getrockneten Blättern gering [18]; Juglon und Hydrojuglon färben die Haut braun [4]; In einer Höhenzone von 1000 bis 2000 m werden die Bäume insbesondere an Nordhängen bis zu 30 m hoch und erreichen ein Alter von bis zu 150 Jahren [24]; Es gibt einzelne umstrittene Hinweise auf die Ausbreitung der Art nach Mitteleuropa bereits in der Vorgeschichte [24], mit Sicherheit wurde sie seit römischer Zeit in weiten Teilen Süd-, West- und Mitteleuropas kultiviert. So ist ihre jetzige Verbreitung stark durch den Anbau als Fruchtbaum geprägt [24]; In Oberösterreich findet man in den Auwäldern der Flüsse Alm, Enns und Traun kleinfrüchtige, ziemlich frostharte Wildformen. Diese werden Spitz-, Schnabel- oder Steinnuss genannt. Es ist nicht geklärt, ob es sich dabei um eine autochthone mitteleuropäische Sorte handelt. Obwohl die Echte Walnuss in den Alpen bis etwa 1200 m zu finden ist, wächst sie selten auf Standorten über 800 m Meereshöhe. Die Echte Walnuss wird auch in Nordamerika wegen ihrer wohlschmeckenden Früchte großflächig angebaut, insbesondere in Kalifornien [24]; Da sie gegen Winterkälte und Spätfröste sehr empfindlich ist, findet man sie häufig in wintermilden, nicht zu niederschlagsarmen Lagen wie in den Weinbaugebieten. Sie wächst besonders gut auf tiefgründigen, frischen, nährstoff- und kalkreichen Lehm- und Tonböden [24]; Eine zusätzliche Verbreitung als forstliche Wirtschaftsbaumart hat trotz des hochwertigen Holzes bisher kaum stattgefunden, da die Echte Walnuss als konkurrenzschwache Lichtbaumart (in der Jugend jedoch schattentolerant) gilt und somit nur bedingt in gängige Waldbaukonzepte zu integrieren ist [24]
[Aufguss/Abkochung für Umschläge, Lotionen, Waschungen oder Teilbäder]: Mehrmals tgl. 2-3 TL Blätter/100 ml bzw. 5 g/200 ml Wasser (kaltes Wasser, kurz aufkochen, 15 min ziehen) [4][18]; [Teeaufguss]: 1,5 g Droge/Tasse Wasser (bis zum Kochen erhitzen) [18]
Benjamin Busse
12.01.2025