Cupressaceae
Juniperus
Juniperus communis L.
Juniperus communis L. ssp. communis
Wacholder
Gewöhnlicher Wacholder
Common juniper (engl.), Enebro común (span.), Feuerbaum (ger.), Gemeiner Wacholder (ger.), Geniévrier (franz.), Gichtbaum (ger.), Ginepro (ital.), Juniper (engl.), Krammetsbeerenstrauch (ger.), Kranawitten (ger.), Kranewitt (ger.), Kranewittbaum (ger.), Machandel (ger.), Reckholder (ger.), Wachandel (ger.), Weihrauchbaum (ger.), Zachandelbaum (ger.)
9, 8, 7, 6, (5), (4)
T6.1.2, apoph.: T4.2, T4.3, T6.2.2.2
8
x
4
x
x
x
0
IV-V [4]
CAVE: Aufgrund anderer Verbindungen (nicht das Terpinen-4-ol) gilt das Ätherische Öl als bedenkliches Diuretikum [18], da es eine Nierenreizung auslösen und zu blutigem Harn führen kann! [18];CAVE(max): Bei längerer Anwendung oder zu hoher Dosierung durch Reizung evtl. Schädigung des Nierengewebes möglich! [4]; Daher max. nur für wenige Wochen verwenden! [4]; Tee bei Verdauungsstörungen nicht länger als 4-6 Wochen ohne ärztliche Rücksprache anwenden! [4]
Frucht
Reife getrocknete oder frische Beerenzapfen/Wacholderbeere (Juniperi pseudo-fructus) [Pharm, Komm.E+, PhEur, ESCOP 3] [4], Ätherisches Öl der Beerenzapfen (Juniperi aetheroleum) [PhEur] [4], selten: Getrocknetes Holz (Juniperi lignum) [18], Ätherisches Öl aus dem getrockneten Holz (Juniperi e ligno aetheroleum) [4] (von Ast [4], Stamm [4] und Wurzel [4])
[Beerenzapfen]: Ätherisches Öl (bis zu 2 %) [4][18] (v.a. α- und β-Pinen (80 %) [4][18], Sabinen [4][18], Limonen [18], Terpinen-4-ol [4][18], Borneol [18], Geraniol [18], Myrcen [4] und weitere Monoterpene [4], Sesquiterpene [4][18] (Caryophyllen [4], α- und β-Cadinen [18])), Phenolische Verbindungen (3-4 %) [18] (Flavonoide [4][18], Catechingerbstoffe [4][18], Proanthocyanidine [18]), Invertzucker [4]; [Holz]: Ätherisches Öl [4] (v.a. Sesquiterpene [4][18] (Thujopsen [4], Cadinen [4] und Tropolone [4]), ungewöhnliche Diterpene [4][18] (Communsäure [18], Sugiol [4][18], Xanthoperol [4][18])), Lignane [4][18] (zytotoxisches Podophyllotoxin [4][18]), Catechingerbstoffe [4]
Für den therapeutischen Einsatz fordert man aufgrund der Nebenwirkungsgefahr Öle zu gebrauchen, die reich an dem Terpenalkohol Terpinen-4-ol sind und gleichzeitig arm an nierenreizenden Pinenen, um dieses Risiko auszuschließen [4]; Terpinen-4-ol gilt als hauptsächliche harntreibende Verbindung und ist nicht oder wenig reizend [18]; Die phenolischen Verbindungen sind potenziell antioxidativ und tragen vermutlich zum medizinischen Nutzen der Wacholderbeeren bei [18]; Der hohe Zuckergehalt der Beerenzapfen ermöglicht die Vergärung mit anschließender Destillation [4]; Das Kauen einiger Beeren soll unangenehmen Mundgeruch beseitigen [4]; Catechine bewirken eine natürliche TNF-alpha-(Tumornekrosefaktor)-Hemmung [Pharma]
Als Ziergehölz in vielen Sorten [4]
Wirkstoffgehalt stark variabel in Frucht, einjährige Frucht (Ätherisches Öl); Wacholderbeeren stammen trotz Naturschutz größtenteils aus Wildsammlungen [18]; Holz und Beerenzapfen haben unterschiedliche Zusammensetzung von Ätherischem Öl [4]; Für die Herstellung von Wacholderschnäpsen sowie als Gewürz benötigt man Wacholderbeeren in größeren Mengen als für medizinische Zwecke [4]; Erst im 2. Jahr nach der Befruchtung sind die Beerenzapfen blauschwarz und reif [4]
M: Einreibungen [4], Badezusätze [4], Teeaufguss [4][18], Einzeldrogen [4], Magenmittel [18]; V: Diuretikum [18], "Blutreinigungs- und Entfettungsmittel" [4], Trockenextrakte aus Wacholderholz als Bestandteil verschiedener Blasen- und Nierentees [18], Beerenkauen gegen Mundgeruch [4]; Hom: Juniperus communis [HAB] [4]; Ar/Gn: Aroma für Wacholderschnäpse (Steinhäger, Gin, Genever, u.a.) [4][18]; Gw(Beeren): Küchengewürz [4][18]
Benjamin Busse
16.01.2025