Linaceae
Linum
Linum usitatissimum L.
Linum crepitans (BOENNINGH.) DUMORT.)
Lein
Echter Lein
Common flax (engl.), Flachs (ger.), Flachshere (ger.), Flachsleisi (ger.), Flachslinsen (ger.), Flas (ger.), Flax (engl.), Gemeiner Lein (ger.), Glix (ger.), Haar (ger.), Haarlinsen (ger.), Leinwanzen (ger.), Lin (franz.), Linaza (span.), Lino (ital., span.), Linseed (engl.), Saat-Lein (ger.)
4, 6, 3, 8, (9)
VI-VIII [4]
1(max Tiere), Al(s)
CAVE: Wirkung tritt nach 18-24 Std. ein, bei chronischer Verstopfung erst nach 2-3 Tagen! [4]; Gleichzeitig ist immer auf eine genügend hohe Flüssigkeitszufuhr zu achten! [4]; Bei unklaren Beschwerden ist ärztlicher Rat einzuholen! [4]; Keine giftige Wirkung durch Blausäure auch bei Langzeitanwendung zu befürchten, da Enzym für Glykosidspaltung durch Magensäure zerstört wird! [4]; Insbesondere bei Einnahme von ganzen Samen besteht keine Vergiftungsgefahr! [18]; Übergewichtige sollten nur ganze Samen einnehmen, um eine unnötige Kalorienzufuhr zu vermeiden! [18]
Samen, Samenschale, Keimblätter
[Äußere Zellschicht der Samenschale]: Schleimstoffe (große Mengen, 6-10 %) [4][18], Rohfasern (als Ballaststoffe) [4]; [Samen]: Fettes Öl (bis 40 %, 35-45 %) [4][18] (Glyceride der Linolsäure [4][18], α-Linolensäure [4][18] und Ölsäure [4]), Glykoside (Blausäure-abspaltend) [4] (Linustatin [4], Neolinustatin [4]), Lignanglykoside [4], Proteine (20-25 %) [4][18], Ballaststoffe (25 %) [4][18], Sterole [4][18], Triterpene [4][18] (Cholesterol [18], Campesterol [18], Stigmasterol [18], Sitosterol [18]), cyanogene Di- und Monoglykoside (1 %, durch das Enzym Linamarase im sauren Milieu gespalten in Aceton, Blausäure und Glukose) [18] (Linustatin [18], Neolinustatin (Linamarin) [18], Lotaustralin [18])
Die Schleimstoffe führen zu einer Volumenzunahme des Dickdarminhalts [18], stimulieren dadurch die Peristaltik und machen den Stuhl geschmeidig [18]; Bei Einnahme von geschroteten Samen trägt das Fette Öl zur Reizlinderung und Gleitverbesserung bei [18]; Aus den cyanogenen Glykosiden wird Blausäure freigesetzt, die im Körper rasch abgebaut wird [18], insbesondere bei Einnahme von ganzen Samen besteht keine Vergiftungsgefahr! [18]; Leinsamen vermindern den Triglycerid- und Cholesterolspiegel [18]; Antibiotische, blutzuckersenkende und antikarzinogene Effekte sind beobachtet worden [18], Lignanglykoside zeigten im Tierversuch antikanzerogene Wirkung [4]
Wirkstoffgehalt variabel; Lagerung: <HCN, Zerkleinern der Samen: >HCN; Schwankender Gehalt an Schleimstoffen, Ballaststoffen, Fettem Öl und Proteinen [4]; Nicht schroten und nicht erhitzen (evtl. nur quetschen), da Wirkstoffe in Samenschale lokalisiert sind [4] und man die Kalorienbelastung durch das Fette Öl i.d.R. vermeiden will, das sich im Inneren der Samen befindet [4]!
CAVE(int): Zur Einnahme von Arzneimitteln sollte ein Abstand von 1/2-1 Std. eingehalten werden, da die Resorption derselben verzögert werden könnte! [4]
M: Quellstoff-Abführmittel [18], Schleimzubereitungen als Quell- und Gleitmittel [4][18], Leinsamenpulver [4], Pressrückstände nach Ölgewinnung (Seminis lini placenta) [4], Salben [4], Leinsamenkuchen äußerlich als Kompresse [18] oder heiße Breiumschläge (Kataplasmen) [4][18]; Hom: Linum usitatissimum [4]; In: Farben [4], Linoleum [4]; Lb: Leinöl (aus reifen Samen durch kaltes Pressen gewonnen) [4]; Xm: Fasern [4]
Benjamin Busse
12.02.2025