Oleaceae
Olea
Olea europaea ssp. europaea L.
Olea europaea ssp. oleaster (HOFFM. & LINK) NEG., Olea europaea ssp. sativa (LOUD.) ARCANG., Olea europaea ssp. sativa (WESTON) ARCANG.
Ölbaum
Olivenbaum
Echter Ölbaum (ger.), Ölbaum (ger.), Olive (ger.), Olive Tree (engl.), Olivier (franz.), Olivo (ital., span.), Ulivo (ital.)
4, 3, 7, 6, 5, 2
V-VI [4]
XII-III [4]
essbar (Frucht) [4]
CAVE: Die gallenblasenkontrahierende Wirkung in hoher Dosierung des Öls ist veraltet und wegen möglicher Komplikationen wie Auslösung einer Gallenkolik nicht zu empfehlen! [4]; Die Kommission E empfiehlt Olivenblätter oder Olivenöl trotz pharmakologisch bestätigter Wirkweisen nicht zur Behandlung von Bluthochdruck! [18]
[Blätter]: Bittere Secoiridoide [4][18] (v.a. Oleuropein [4][18], Oleuropein-Abbauprodukte [4], u.a. Ligustrosid [18], Oleacein [18], u.a.), Triterpene [18] (Oleanolsäure [18], Uvaol [18]), Flavonoide [18] (Glykoside von Chrysoeriol [18], Apigenin [18], Luteolin [18]), Phenolcarbonsäuren [18]; [Fettes Öl]: Ungesättigte Triglyceride/Fettsäuren [4][18] (v.a. Ölsäure (bis 83 %) [4][18], Palmitinsäure [4], Linolsäure [4][18], u.a. Tocopherole [4], Sitosterol [4]; [Frucht]: Phenolcarbonsäuren [18], Triterpene [18], Sterole [18], Secoiridoide [18]
Im Tierversuch konnten blutdrucksenkende und cholesterinsenkende Wirkungen des Oleuropeins und seiner Abbauprodukte nachgewiesen werden [4], indem es die Durchblutung der Herzkranzgefäße erhöht [18]; Eine neuere Untersuchung hat gezeigt, dass Oleacin das Angiotensin Converting Enzyme (ACE) hemmt [18]; Oleuropein hat signifikante krampfhemmende, antioxidative und lipidsenkende Aktivitäten [18]; Im Jahr 2005 wurden die Ergebnisse einer Ernährungsinterventionsstudie veröffentlicht, bei der Freiwillige entweder Arganöl oder tierische Fette (Butter) in der Zubereitung ihrer Speisen verwendeten; es zeigte sich, dass eine regelmäßige Zufuhr von Arganöl anstatt Butter schädliches Cholesterin und Triglyceride im Blut senken kann, ganz ähnlich wie bei Olivenöl und anderen Pflanzenölen [177]
Sitosterole wie bei Hypoxis hemerocallidea (Taglilien-Hypoxis) hemmen die 5α-Reductase und Aromatase [4], auch eine Hemmung der Prostaglandin-Biosynthese wird vermutet [4]; Sitosterole in Arzneimitteln stammen aus preiswerteren heimischen Quellen wie Kiefern- und Fichten-Arten [4], die Phytosterol [PhEur] mit einem Mindestgehalt von 70 % β-Sitosterol liefern [4]; Das Öl ist in seiner Fettsäurenzusammensetzung dem Avokadoöl ähnlich (der Gehalt an Palmitoleinsäure ist niedriger)! [4]
Wichtigster Kulturbaum des Mittelmeerraumes [4]; gewerbsmäißger Anbau zu 90 % im Mittelmeergebiet [18]; Grüne Speiseoliven enthalten nur sehr geringe Mengen an Oleuropein und seiner Abbauprodukte [4], da sie bei der Aufbereitung durch Einlegen in Natronlauge entbittert werden, so dass von ihrem Verzehr leider keine derartigen Wirkungen zu erwarten sind [4]; Olivenöl macht etwa 30 % des reifen Fruchtfleisches aus [18]; Im Olivenöl schwankt der Gehalt an Ölsäure bis zu 83 % [4]
V(Blätter): blutdrucksenkend (2) [18], leichte Hypertonie [4], diuretisch (2) [18], blutzuckersenkend [18], fiebersenkend [18], krampflösend [18]; V(Fettes Öl): gallenflussfördernd [4][18], gallenblasenkontrahierend, Gallensteine, Nahrungsergänzungsmittel (2), abführend [18], Magendarmbeschwerden [18], äußerlich reizlindernd [18], Prophylaxe gegen Arteriosklerose [4], cholesterinsenkend [4]
CAVE(ki): Gallenkoliken [4]
M(Blätter): Fertigpräparate mit Blattextrakten [4]; In(Fettes Öl): Arzneiträger für ölige Arzneilösungen [4] und Salben [4]; Km(Fettes Öl): Hautpflegemittel [4]; Lb(Fettes Öl): Speiseöl [4], Natives Olivenöl (Kaltpressung) [4], Raffiniertes extrahiertes Olivenöl [4]; X: Lösungsmittel für andere Arzneidrogen [18], in gereinigter Form für parenterale (intravenöse) Zubereitungen [18]
Benjamin Busse
10.04.2025