Rutaceae
Ruta
Ruta graveolens L.
Raute
Wein-Raute
Augenraute (ger.), Augenwurz (ger.), Edelraute (ger.), Garten-Raute (ger.), Gnadenkraut (ger.), Herb of Grace (engl.), Katzenkraut (ger.), Ruda Común (span.), Rue (engl., franz.), Ruta (ital.), Totenkraut (ger.), Weinkraut (ger.)
4, 6
T10.2..2, T10.4.4, T10.7
VI-VII [4]
VI-VII [4]
CAVE: Das Nebenwirkungsrisiko ist hoch, so dass man von der Anwendung generell abrät und Rautenkraut aus den Arzneibüchern gestrichen wurde! [4][18]; Todesfälle wurden nach missbräuchlicher Anwendung des Ätherischen Öls als Abtreibungsmittel bekannt! [4]; Eine Anwendung bei Multipler Sklerose ist nicht zu verantworten! [4]; Allein bei der gelegentlichen Nutzung als Gewürz in sparsamer Dosierung bestehen (außer bei Schwangerschaft) keine Bedenken! [4]; Die Droge wirkt uteruskontrahierend und löst Fehlgeburten (mit Todesfällen) aus! [18];CAVE(al): Bei äußerlichem Kontakt und gleichzeitiger Sonneneinstrahlung kann es bei empfindlichen Personen zur Photosensibilisierung mit starken Lichtdermatosen und Hautentzündungen kommen [4][18], nach Einnahme auch in therapeutischen Dosen zu Magen- und Darmreizungen, Müdigkeit, Schwindel oder Krämpfen! [4]
Ganze Pflanze, Wurzel, Blätter, Pflanzensaft
[Blätter, Kraut]: Ätherisches Öl [4][18] (Methylketone, v.a. Methylnonylketon (2-Undecanon) [4][18], Methylheptylketon [4], Carbinole, Carbinylacetate), Flavonoide [4] (v.a. Rutin [4] (Rutosid [4])), Cumarine/Cumarinderivate [4][18] (Cumarin [18], Herniarin [18], Gravelliferon [18], Rutaretin [18], Daphnoretin, Daphnoretin-methylether), Furanocumarine [4][18] (Bergapten [4][18], Psoralen [4][18], Rutamarin [18], Pyranocumarine [4]), etwa 40 Furanochinolinalkaloide [4][18] (Dictamnin [18], Skimmianin [18], Rutacridon [18], u.a. Chinoline [4], Chinazoline [4], Acridone [4], Kokusagenin, Rutamin, Graveolin, Graveolinin, u.a.), Flavonoid Rutin (5 %) [18]; [Wurzel]: Furocumarine (Bergapten, Isopimpinellin, Rutamarin, Xanthotoxin)
Die antimikrobiellen, krampflösenden, antiexsudativen, schmerzstillenden und die Ionenkanäle hemmenden Aktivitäten sind möglicherweise auf die Furanocumarine und die Furanochinolinalkaloide zurückzuführen [18]; Eine kapillarschützende Wirkung ist für Rutin belegt [18], man setzt es mit Cumarinen ergänzend bei chronischen Venenerkrankungen ein [18]; Forschungen befassten sich mit der angeblich günstigen Wirkung der Droge bei multipler Sklerose, die aber bisher nicht bestätigt werden konnte [4]
Aus Ruta graveolens wurde erstmals das Flavonoid Rutin (Rutosid) isoliert [4]
V(Blätter, Kraut): Amarum [18], Menstruationsstörungen [18], Krämpfe [18], Appetitlosigkeit [18], Verdauungsbeschwerden [18], Kreislaufprobleme [18], Fieber [18], Hypertonie [18], Herzklopfen [18], Schleimhautentzündungen [18], Zahnschmerzen [18], Hysterie [18], Arthritis [18], Verstauchungen [18], Verletzungen [18], Hauterkrankungen [18], uteruskontrahierend [18], Ohrenschmerzen [18], multiple Sklerose [4]
Benjamin Busse
08.12.2022