Rubiaceae
Carapichea
Carapichea ipecacuanha (BROT.) L.ANDERSSON
Callicocca ipecacuanha BROT., Cephaelis acuminata H.KARST., Cephaelis ipecacuanha (BROT.) RICH., Evea ipecacuanha (BROT.) W.WIGHT, Ipecacuanha fusca RAF., Ipecacuanha officinalis ARRUDA, Ipecacuanha preta ARRUDA, Psychotria ipecacuanha (BROT.) STOKES, Uragoga acuminata (H.KARST.) FARW., Uragoga granatensis BAILL., Uragoga ipecacuanha (BROT.) BAILL.
Brechwurzel
Brechwurzel
Brazilian Ipecac (engl.), Brechwurz (ger.), Ipéca (franz.), Ipecac (engl.), Ipecacuan (engl.), Ipecacuana (ital., span.), Ipecacuanha (engl., portug.), Ipécacuanha (franz.), Ipecacuanha (ger.), Kopfbeere (ger.), Road-side sick-making plant (engl.), Ruhrwurzel (ger.), Speiwurzel (ger.)
tropisches Klima [25]
C: Chamaephyt, krautiger Strauch, Knospen wie bei Z meist über der Erde und im Schneeschutz überwinternd [24]
Januar-März [4]
CAVE: Die Rohdroge ist nicht zur Selbstmedikation geeignet, da die Dosis sehr sorgfältig eingehalten werden muss [18]. Die Wirkung nach Einnahme von 1-2 g Drogenpulver tritt nach einem unangenehmen Vorstadium (Nausea) erst nach 30-60 min ein, die Droge wird daher als Emeticum nicht mehr verwendet [11]. Die beiden Alkaloide Emetin und Cephaelin greifen insbesondere die Schleimhäute an, deren Gefäßkapillaren sie lähmen [11]. Die Rohdroge ist magenschleimhautreizend [4], durch reflektorische Wirkung von der Magenschleimhaut aus kommt es zu Nausea und heftigem Erbrechen, zu Gastroenteritis, Diarrhoe, Schmerzen, Abgeschlagenheit, Bradykardie, Dyspnoe, Hypotension, Muskellähmung und Anurie [11]. Die Magendarmschleimhaut zeigt starke Hyperämie, schleimig-eitrige Exsudation und Ulzerationen; auch rote Hepatisation wurde beobachtet [11]. Der Tonus der glatten Muskulatur wird durch Emetin herabgesetzt. Durch Depolarisation der Nervenendigungen der Drüsen wird die Speichel- Schweiß- und Darmsekretion vermehrt [11].
CAVE(al): Emetin ist ein Histaminliberator [11]. Ipecacuanhapulver ist stark hautreizend und führt zu Entzündungen, juckende Bläschen, bulböse Dermatiden und masern- und scharlachartige Exantheme [11][15]. Auch die Augen und die Schleimhäute der Atemwege werden stark gereizt [11][15]; heftige Konjunktivitis und Entzündungen des Naseneingangs sind möglich [11], profuser Schnupfen, Husten, Heiserkeit, bei Überempfindlichkeit sogar asthmatische Anfälle sowie Lungenödem und katarrhalische Pneumonien wurden beobachtet [11]
CAVE(max): Die Alkaloide lösen in hoher Dosis (1-2 g) Brechreiz/Erbrechen aus [4][15][18], Überdosierungen können gefährlich sein [18]; Ipecacuana ist sehr giftig und kann zu blutigen Durchfällen und Krämpfen bis zum Schock bzw. Koma führen [24]. Die letale Dosis für Cephaelin liegt bei 0,032 g/kgKG und für Emetin bei 0,057 g/kgKG; beide Alkaloide führen durch Herzparalyse bis zum Tod [11]. In Deutschland wurde Ipecacuanha Menschen verabreicht, die des Drogenhandels verdächtigt wurden (Diese Methode wurde dabei insbesondere in Hamburg, Bremen und Berlin regelmäßig eingesetzt). Damit sollten Beweismittel sichergestellt werden, die durch Verschlucken versteckt werden können. Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Ipecacuanha starben dabei wenigstens zwei Menschen durch die Polizei [24]
[++] EbM/Monographien:
[+] EbM/Monographien:
[+] EbM/Monographien (isol. Emetin, Cephaelin):
[EbM/Monographien]:
[Hom]:
Benjamin Busse
16.04.2025