
Asteraceae
Cichorium
Cichorium intybus L.
Cichorium intybus var. sylvestre VIS., Cichorium intybus f. sylvestre BISCH., Cichorium rigidum SALISB., Cichorium sylvestre LAM.
Wegwarte
Gewöhnliche Wegwarte
Blue daisy (engl.), Blue dandelion (engl.), Blue sailors (engl.), Blue weed (engl.), Bunk (engl.), Chicorée sauvage (franz.), Chicoria (span.), Cicoria (ital.), Cicoria comune (ital.), Coffeeweed (engl.), Common chicory (engl.), Cornflower (engl.), Freilandzichorie (ger.), Gemeine Wegwarte (ger.), Hansl am Weg (ger.), Hendibeh (engl.), Hindlauf (ger.), Horseweed (engl.), Ragged sailors (engl.), Rattenwurz (ger.), Sonnenwedel (ger.), Sonnenwirbel (ger.), Sonnenzwiebel (ger.), Succory (engl.), Wegeleuchte (ger.), Wegwart (ger.), Wegwarte (ger.), Wild bachelor's buttons (engl.), Wild endive (engl.), Wilde Wegwarte (ger.), Wilde Zichorie (ger.), Zigeunerblume (ger.)
gemäßigtes Klima [25], nördlich-gemäßigtes Klima [25], boreales Klima [25], subatlantisches Klima [25], subatlantisch-präalpines Klima [25], atlantisches Klima [25], submediterranes Klima [25], mediterranes Klima [25], submeridionales Klima [25], meridionales Klima [25], arides-mäßiges Klima [25], arides Klima [25], subkontinentales Klima [25], kontinentales Klima [25], subtropisches Klima [25], warmes Klima [25], tropisches Klima [25]
Gebirge (kolline-montane (subalpine) Stufe) [24][35], Gebirge (Höhe bis 1500 m (1800 m)) [24], Bergregionen [25], Flachland [25], Tiefland [25], Küstengebiete [25], Wegränder [4][14][15][24][25][35], Wiesenraine [14], Raine [15], Äcker [24], Trittrasen [24], Straßenränder [14][24][25], Böschungen [15], Unkrautfluren [4], Ruderalstellen [18][24], Brachland [15][24][25], Brachland (Ödland) [15], unbebaute Plätze [15], Pionierstandorte [24], Schuttplätze [35], Weiden [24]
trockener Boden [14], trocken-mäßiger Boden [24][25], frischer Boden [24][25], nährstoffreicher Boden [24], nährstoffhaltiger Boden [25], stickstoffmäßiger Boden [25], tiefgründiger Boden [14], pH mild [25], Kalksteinboden [24], lehmiger Boden [15], Lehmboden [14], schwerer Boden [15], salztolerant [24], zusätzl. Edelsteine (Bernstein, Chrysokoll, Landschaftsjaspis, Sarder, Sugilith, Karneol, Apachengold, Smaragd) [14]
Sommergrün (nur in wärmeren Jahreszeiten mit Blättern) [21]
8: sehr häufig, d.h. in etwa 75% der Felder [21]
3: in kleinen Gruppen vereinzelt [21]
[++] EbM/Monographien:
[+] EbM/Monographien:
[+++] Volksmed.:
[++] Volksmed.:
[+] Volksmed.:
[+] Volksmed. (Sirup):
[EbM/Volksmed.]:
[Volksmed.]:
[Hom/Anthro]:
[Teeaufguss]: 1 TL Wurzel/Kraut (Cichoriae radix cum herba) mit 250 ml kaltem Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen, etwa 2-3 min kochen, abseihen; 2-3 Tassen/Tag schluckweise trinken [15][25]; Wegwarte ggf. auch mit Löwenzahn, Pfefferminze, Kamille oder Tausendüldenkraut mischen [15]
[Aufguss für Kompressen und Umschläge]: Einen starken Wurzeltee zubereiten und nach dem Kochen noch einige Blüten darin ausziehen lassen, abkühlen, dann im Kühlschrank aufbewahren [14]
[Aufguss für Waschungen oder feuchte Verbände]: Etwa 40 g Droge auf 1 Liter kochendes Wasser verwenden; 3x tgl. etwa 1/2 Tasse (oder weniger) über 3 Tage anwenden [18]
[Teeaufgussmischung z.B. als blutreinigende Frühjahrskur]: Wegwartenkraut mit Wurzel (20 g), Löwenzahnkraut mit Wurzel (20 g), Pfefferminzblätter (10 g) mischen, evtl. auch Teemischung mit Tausendgüldenkraut, Klettenwurzel, Mariendistel und Erdrauch (Empfehlung: Immer nur 3 Kräuter mischen); 2 TL dieser Teemischung mit 250 ml kaltem Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen, abseihen; 1-2 Tassen/Tag kurmäßig über 2-6 Wochen ungesüßt (ggf. mit Süßstoff) anwenden (z.B. bei Stoffwechselbeschwerden, Darmträgheit, Blähungen, Hauterkrankungen, Kopfschmerzen) [14][15]
[Verdauungstonikum nach Hildegard von Bingen]: Getrocknetes Kraut der Wegwarte und Großen Klette zu gleichen Teilen (1 : 1) zu Pulver zermahlen, 1/3 des TG an geröstetem Salz hinzufügen, zeitgleich Wasser mit Honig aufkochen, das gesalzene Pulver hinzufügen; abends nach dem Essen trinken [14]
[Wegwartenhonig]: 1 Teil frisch gepflückte Blüten kleinzupfen, in einem Keramikmörser zerstoßen, 3 Teile braunen Zucker dazugeben, alles vermischen, in einem Glaßgefäß in die Sonne stellen, der entstehende Honig ist lange lagerfähig; mehrmals täglich 1 TL gegen Herzklopfen und Sodbrennen [14]
[Wegwartenwein]: 2 EL Wegwartenwurzel, 1 Hand voll blaue Wegwartenblüten, 1 Hand voll blühender Ysop, 1 Hand voll Zitronenmelisse, 1 ganze halbierte Vanillestange, 3 EL brauner Zucker, mit Rotwein aus biologischem Anbau übergießen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, Gefäß verschließen, 2-3 Wochen an einem warmen Ort ausziehen lassen, immer wieder aufschütteln, dann abseihen, dabei die Pflanzenteile gut ausdrücken, in eine Flaxhe füllen; 1x täglich 1 kleiner Likörglas gegen melancholisches Gemüt trinken [14]
[Wegwartenpresssaft]: Aus der ganzen Pflanze der Pflanzenfrischsaft auspressen; etwa 2 TL täglich einnehmen gegen Pankreasbeschwerden [14]
[Essbare Wildpflanze]: Blätter, Stängel, Blüten und Wurzeln der Gemeinen Wegwarte sind essbar [24]. Obwohl sie roh essbar sind, haben wilde Zichorienblätter normalerweise einen bitteren Geschmack, insbesondere die älteren Blätter [24]
[Gemüsepflanze]:
[Lebensmittelpflanze]:
[Futterpflanze]: In China und den USA wird Cichorium intybus – auch transgene (gentechnisch modifizierte) Formen – kommerziell als Futterpflanze angebaut [24]. Sie ist für Wiederkäuer sehr gut verdaulich und weist einen geringen Ballaststoffgehalt auf [24]. Die Wegwarte enthält eine geringe Menge reduzierter Tannine, die die Proteinverwertungseffizienz bei Wiederkäuern erhöhen können [24]. Obwohl Wegwarte ursprünglich aus Frankreich, Italien und Indien stammen könnte, wurde Chicorium intybus für die Verwendung bei Nutztieren vor allem in Neuseeland weiterentwickelt [24]. Futterpflanzensorten der Wegwarte sind [24]:
[Ethnobotanische Nutzung]: Die Blätter der Wegwarte zeigen immer nach Norden, können somit als Kompass genutzt werden [14][25], die Blüten öffnen sich stets um etwa 5 Uhr morgens und schließen sich fünf Stunden später wieder und können somit als Blumenuhr verwendet werden [12][14]
[Symbolpflanze]: Die Wegwarten-Blüte wird oft als Inspiration für das romantische Konzept der Blauen Blume angesehen [24]
[Ethnobotanische Nutzung]:
[Mythologiepflanze/Volksglaube]:
[Zauberpflanze]:
Benjamin Busse
03.11.2025