Nomenklatur & Systematik

Familie

Lauraceae

Gattung (botanisch) / Sektion

Camphora

Artname (botanisch)

Camphora officinarum BOERH. ex FABR.

Synonyme (botanisch)

Camphora camphora (L.) H.KARST., Camphorina camphora (L.) FARW., Cinnamomum camphora (L.) J.PRESL, Laurus camphora L., Persea camphora (L.) SPRENG.

Gattung (deutsch)

Kampferbaum

Artname (deutsch)

Echter Kampferbaum

Andere Artnamen & Volksnamen (international)

Alcanfor (span.), Camfora (ital.), Campherbaum (ger.), Camphor laurel (engl.), Camphor tree (engl.), Camphorwood (engl.), Camphrier du Japon (franz.), Kamferboom (ned.), Kampfer (ger.), Kampferlorbeer (ger.), Laurocanfora (ital.)

Geobotanik & Ökologie

Geographische Herkünfte (H) / Verbreitungen (V) / Anbaugebiete (A)
  • ▪ H: Ostasien (südl. Japan [1][14][15][18][24], Korea [1][24], Nansei-shoto [1], Taiwan [1][15][18][24], südl. China (südl. des Jangtsekiang: Fujian, Jiangxi, Guangdong, Guangxi, Hunan, Yunnan, Sichuan, Zhejiang und Jiangsu) [14][15][18][24]), Südasien (Indien) [24], Südostasien [4], Südostasien (Vietnam) [24]
  • ▪ V: Zentralasien (Osthimalaya) [1], Ostasien (Süd-Zentral-China, Südost-China, Hainan) [1], Südostasien (Laos, Kambodscha, Vietnam) [1], Südasien (Pakistan, Nepal, Assam, Bangladesch) [1], Westafrika [24], Westafrika (Guinea, Golf von Guinea) [1], Südafrika [24], Südostafrika (Réunion, Mauritius) [1], Südostafrika (Madagaskar) [24], Ostafrika (Seychellen) [1], Südeuropa [24], südöstl. Nordamerika [4], südöstl. Nordamerika (Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia, South Carolina, Florida) [1][24], östl. Nordamerika (North Carolina) [1][24], östl. Nordamerika (Virginia) [24], südl. USA [24], südl. Nordamerika (Texas) [1][24], westl. Nordamerika (Kalifornien) [24], Mittelamerika (Honduras, El Salvador) [1], nördl. Südamerika (Trinidad-Tobago) [1], südl. Südamerika (Chile) [11], Ozeanien-Mikronesien (Marianen, Karolinen) [1], Ozeanien-Melanesien (Fidschi) [1], Ozeanien-Polynesien (Hawaii) [1][24], Ozeanien-Polynesien (Leeward Is.) [1], Ozeanien (Neuseeland-Nord) [1], Australien [24], Australien (New South Wales, Victoria, Norfolkinsel, Queensland) [1]
  • ▪ A: weiter kultiviert [4], Ostasien (Japan [18], Taiwan [18]), Südasien (Sri Lanka) [15][24], Ostafrika [15][24], östl. Südamerika (Brasilien) [24], in den Tropen als Zierbaum [18]
Klimazonen

V-Immerfeuchte Subtropen [25], II-Wechselfeuchte Tropen [25], I-Immerfeuchte Tropen [25], (VI-Feuchte Mittelbreiten) [25]

Klimaregionen (Mikroklimata)

gemäßigtes-temperates Klima [24][25], subtropisches Klima [24][25], warmes Klima [24][25], tropisches Klima (Hochland) [24][25]

Biotoptypen
-
Standorttypen

Tropen (Höhenlage) [25], Subtropen [25], Gebirge (kolline Stufe) [24], Gebirge (kolline bis montane Stufe) [25], Gebirge (Höhe bis 1800 m) [24], Bergregionen [24][25], Bergregionen (Hochland) [24], Flachland [24], Wälder (Bergwälder) [11], Gärten (Gewächshäuser) [14], Gärten (in Mitteleuropa in Wintergärten, als Terrassen- oder Balkonpflanzen) [14]

Standortbedingungen

warmer Standort [25], höhere Lagen [25], kälteempfindlich (<10 °C) [14]

Bodentypen / Bodenbedingungen
-
Standortfaktoren (Ökofaktoren)
Licht
-
Temperatur
-
Feuchtigkeit
-
Wind
-
pH-Klasse
-
Stickstoff
-
Salz
-
Soziol. Pflanzencharakteristik
Lebensform

Phanaerophyt (Baum) [11][24]

Blattausdauer

Immergrün (zu allen Jahreszeiten mit Blättern) [14][24]

Messtischblattfrequenz Mitteleuropas
-
Dominanz
-
Blütezeit

April-Mai [4][24]

Erntezeit
-

Pharmazie & Pharmakologie

Giftigkeit / Risikopotential
  • ▪ 1-2(max): giftig bis stark giftig (bei hoher Dosierung, >1 g Campher bei Kleinkindern) [4][14][18]
  • ▪ 0(min): wenig giftig / ungenießbar [11]
  • ▪ Al(h): allergen-hautreizend [4]
  • ▪ Al(s): allergen-schleimhautreizend [4]
Nebenwirkungen / Risikobemerkungen
  • ▪ CAVE: Campher ist in hoher Dosis toxisch und sollte innerlich nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden [15][18]. Campher ist flüchtig und wird über die Nieren und auch über die Atemluft wieder ausgeschieden [4]. Kampfer gelangt auch über die Haut und die Schleimhäute und Atemwege in den Körper [4][14]. Campher in therapeutischen Doierungen soll daher äußerlich nicht bei geschädigter Haut und vor allem nicht bei Kleinkindern (< 2 Jahren) und Säuglingen, insbesondere nicht im Gesicht und Nase, angewendet werden [11], da es bei Kleinkindern und Säuglingen bei einer Anwendung in diesen Bereichen zu einem Atemstillstand kommen kann [4][18]. Auch sollte Kampfer nicht bei Kindern <12 Jahren angewendet werden [14]; für Kinder sind 1 g Campher tödlich [14][25]

  • ▪ CAVE(max):

    • ►Nach Aufnahme größerer Mengen Campher können Schwindel, kalte Extremitäten, Angstzustände, Kaltschweißigkeit, leichter Delir, Somnolenz, nachfolgend von Hitzegefühl, Pulsbeschleunigung und rote Urinfärbung auftreten [11]. In toxischen Dosen übt Campher eine depressive Wirkung auf das Nervensystem aus und kann hysterische und fiebernde kollapsartige Zustände herbeiführen [11]. Nach längerer Zeit einer sehr großen Kampfereinnahme wurde eine von oben nach unten fortschreitende cerebrospinale Paralyse mit Tetraparese, Impotenz und Intelligenzschwächung bei ungestörten Sinnesfunktionen beobachtet [11]
    • ►Bei wiederholten subkutanen Kampferinjektionen kann es infolge der großen Ölmengen, welche erst langsam unter der Haut abgebaut werden, trotz aller Asepsis gelegentlich zu hämorrhagischen Abszessen (Kampferabszessen) kommen [11]. Auch können thrombosierte Gefäße bzw. Thrombosen, Thrombophlebitis, Nekrosen und entzündliches Granulationsgewebe auftreten [11]
    • ►Campher wird auch über die Haut und Atemwege resorbiert [4]. Daher können bei Kleinkindern (<2 Jahren) und Säuglingen auch bei wiederholter großflächiger äußerer Anwendung (Brust und Rücken) Vergiftungserscheinungen auftreten [4]. Somit ist auch die Anwendung im Gesicht und Nase gefährlich, da es bei Kleinkindern und Säuglingen bei einer Anwendung in diesen Bereichen zu einem Atemstillstand kommen kann [4][18]; die tödliche Dosis für Kleinkinder liegt bei >1 g Campher [4]
  • ▪ CAVE(al): Kampfer induziert keine Allergie, jedoch ist Kampferöl ggf. allergenwirksam. Lokal angewendet bewirkt Campheröl ein Brennen und Schmerzen auf der Haut, auch Kontaktekzeme über eine Hautentzündung sind möglich [11][15], und sollte daher nur verdünnt angewendet werden [15]

  • ▪ [Erste Hilfe]: Kohle-Pulvis-Gabe, Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat, viel trinken [11]

  • ▪ [Klinik-Therapie]: Nach Aufnahme größerer Mengen Magenspülung (evtl. mit burgunderfarbener Kaliumpermanganatlösung), Roticlean-, Kohle- und Natriumsulfatinstillation, gegen Koliken Atropin, Elektrolytsubstitution, Azidoseausgleich mit Natriumbikarbonat (Urin pH 7,5), Kontrolle der Nierenfunktion, bei Krämpfen Diazepam (Valium) i.v., ggf. Intubation und Sauerstoffbeatmung [11]

Giftige / Allergene Pflanzenteile

Ganze Pflanze [15], Ätherisches Öl [4][11][14][15][18]

Nutzbare Pflanzenteile
  • ▪ [EbM/Monographien]: Aus Holz und Rinde von Stamm und Wurzel gewonnenes Ätherisches Öl (Kampferbaumöl / Campheröl, Cinnamoni camphorae aetheroleum / Camphorae atheroleum / Camphorae oleum, früher: Oleum camphoratum / Oleum camphorae) mit D-Campher (Camphora) [Pharm, Komm.E+, PhEur] [4][14][15][18]
Pflanzliche Inhaltsstoffe
Pharmakologische Studienergebnisse
  • ▪ Die biologische / pharmakologische Aktivität ist an den natürlichen Camher (D-Campher) gekoppelt [18]
  • ▪ Campher und das Ätherische Öl besitzen eindeutig antiseptische, krampflösende (z.B. in den Bronchien), hautreizende, blähungslindernde, kreislaufstimulierende und analeptische Eigenschaften [18]
  • ▪ Das angenehm kühlende Gefühl in Nase und Lunge beruht auf einer Reizung der in den Schleimhäuten lokalisierten Kälterezeptoren und nicht auf einem unmittelbar abschwellenden Effekt [18]
  • ▪ Campher hat eine herzerregende Wirkung, indem es die Schlagleistung des Myokards fördert (positiv inotrope Wirkung); in größerem Mengen wirkt Campher jedoch kardial lähmend und schwächend [11]
  • ▪ Wenn der Wirkstoffgehalt <3 % liegt, dann stehen kühlende, lokal schmerzstillende und juckreizstillende Effekte im Vordergrund [4]
Vergleiche zu ähnlichen Pflanzen
  • ▪ Alle Pflanzenteile riechen stark nach Campher und enthalten auch mehr oder weniger viel Campher [24]
  • ▪ Das weiße, niedriger als Campher siedende Kampferöl ist cineolreich und wird medizinisch genutzt (Kampferbaumöl, Campheröl) [18]
  • ▪ Campher kann auch von zwei anderen Pflanzen stammen (Dryobalanops aromatica und Blumea balsamifera) [24]; daneben findet man Campher auch in den Ätherischen Ölen von Lorbeer, Wermut, Lavendel, Rosmarin, jedoch jeweils nicht in jener ausgeprägten Form [14]
  • ▪ Ätherisches Kampferöl kann als Ersatz für Rosenholzöl (aus dem Holz von Aniba rosaeodora und Aniba parviflora) [24] und als Ersatz für (falsches) Pfefferminzaroma verwendet werden [14]
  • ▪ Der Kampfergehalt des abgeworfenen Laubs trägt dazu bei, dass andere Pflanzen nicht erfolgreich keimen können, und sorgt so für den Erfolg des Kampfers gegen potenziell konkurrierende Pflanzen [24]
  • ▪ Die Samen sind für Vögel attraktiv und passieren das Verdauungssystem unversehrt, was eine schnelle Verteilung gewährleistet [24]
  • ▪ Kampferlorbeer dringt in Regenwälder und Weiden ein und konkurriert auch mit Eukalyptusbäumen, von denen bestimmte Arten die einzige Nahrungsquelle für Koalas sind. Allerdings können jüngere Kampferlorbeerbäume schnell Mulden bilden, die von Wildtieren genutzt werden können, während es bei einheimischen Bäumen Hunderte von Jahren dauern kann, bis sich Mulden bilden [24]
Standortbesonderheiten (biochemisch / geoökochemisch)
  • ▪ Die campherreichsten Pflanzenteile sind die untersten Stammabschnitte (daher stammt auch viel Kampfer aus Wildeständen) [15]
  • ▪ Kampferlorbeer hat sechs verschiedene chemische Varietäten (Varianten/Sorten), sog. Chemotypen: Kampfer, Linalool, 1,8-Cineol, Nerolidol, Safrol und Borneol. In China vermeiden Feldarbeiter die Vermischung von Chemotypen bei der Ernte aufgrund ihres Geruchs. Die chemischen Varianten (oder Chemotypen) scheinen vom Herkunftsland des Baumes abzuhängen. Beispielsweise weist C. camphora, der in Taiwan und Japan angebaut wird, normalerweise einen sehr hohen Linalool-Gehalt auf, oft zwischen 80 und 85 %. In Indien und Sri Lanka bleibt die Sorte/Chemotyp mit hohem Kampfergehalt vorherrschend. C. camphora aus Madagaskar weist jedoch einen hohen Gehalt an 1,8-Cineol auf (durchschnittlich zwischen 40 und 50 %). Das ätherische Öl der Madagaskar-Bäume ist im Handel als Ravintsara bekannt [24]
  • ▪ Synthetisch (racemetisch) hergestellter Campher ist ein Racemat (DL-Campher), enthält keine Monoterpene [4] und sollte mindestens 50 % D-Campher enthalten [18], zur Herstellung verwendet man Pinen [4]
Konservieren & Aufbewahren
  • ▪ Vorwiegend alte Kampferbäume werden zur Kampfergewinnung herangezogen, daher stammt viel Kampfer auch aus Wildbeständen [15]
  • ▪ Aus allen Teilen des Baumes, v.a. aus dem Holz und den Blättern, werden verschiedene Ätherische Öle durch Dampfdesitillation extrahiert [24]; die Bäume werden gefällt, zerkleinert und zerstampft, danach der Wasserdampfdestillation zugeführt (denn der Kampferbaum führt in allen Pflanzenteilen Ölzellen mit Kampferöl) [15]
  • ▪ Aus dem zerkleinerten Holz der 50-60 Jahre alten Bäume wird natürlicher Kampfer (Japan-Kampfer) und Kampferbaumöl gewonnen [14][15]. Das zerkleinerte Holz wird durch Wasserdampf destilliert [14][15] beim Abkühlen entstehen die Kampferkristalle/kristalliner Kampfer [14][15], der durch Sublimation gereingt wird [15]

Medizin & Rezepturen

Evidenzbasierte Medizin EbM / Monographien (Evidenzgrad I-IV)
  • ▪ [++] EbM/Monographien (äußerliche Anwendung, z.B. als Kampferspiritus oder Kampfersalben und Linimente, v.a. auch in Kombinationspräparaten mit Rosmarinöl, Lavendelöl, Thymianöl, Terpentinöl, Ameisensäure, Ammoniak und Chloroform):

    • ►Algesie / Schmerz: Muskelschmerzen [15]
    • ►Atemwege / Erkältung: Erkältung [18]
    • ►Bewegungsapparat / Gelenk: Rheuma [15]
    • ►Bewegungsapparat / Muskel: Muskelrheuma [18]
  • ▪ [++] EbM/Monographien (äußerliche Anwendung, z.B. als Kampfersalben und Einreibungen in der Tiermedizin):

    • ►Bewegungsapparat / Trauma: Zerrungen [15], Verstauchungen [15]
  • ▪ [+] EbM/Monographien (äußerliche Anwendung):

    • ►Algesie / Schmerz: schmerzstillend [4][14]
    • ►Atemwege / Lunge: atemanregend [4][14][18], krampflösend auf Bronchien [4][14][18], hustenreizstillend [4], Schleimhautentzündungen der (unteren) Atemwege [4][18], schleimlösend [14], Lungenentzündung [18]
    • ►Bewegungsapparat / Gelenk: Rheuma [4]
    • ►Bewegungsapparat / Muskel: äusserlich durchblutungsfördernd [4], hautreizend/Counterirritans [18]
    • ►Haut: Juckreiz [4], Entzündungen [18]
    • ►Immunsystem: Fieber [18]
    • ►Infektion: antimykotisch [14], antiseptisch [18], Grippe [18]
    • ►Herz-Kreislauf: kreislauftonisierend [4], kreislaufanregend [14], kreislaufstimulierend [18]
    • ►Magen-Darm: Durchfall [18], blähungslindernd [18]
    • ►Nerven-PNS/VNS: krampflösend [14]
    • ►Vitalität: analeptisch [18]
  • ▪ [+] EbM/Monographien (innerliche Anwendung):

    • ►Atemwege / Lunge: atemanregend [18], krampflösend auf Bronchien [18], Schleimhautentzündungen der (unteren) Atemwege [18]
    • ►Herz-Kreislauf: kreislaufstimulierend [18], Kreislauf(störungen) [18]
    • ►Nerven-VNS: Atemzentrum stimulierend [18]
Pharm. / labor. Studienergebnisse (Evidenzgrad V-VI)
-
Monographien (obsolet)
  • ▪ [++] EbM/obsolet (äußerliche Anwendung):
    • ►Algesie / Schmerz: Muskelschmerzen [14]
    • ►Atemwege / Erkältung: Erkältungskrankheit [14]
    • ►Bewegungsapparat / Gelenk: Rheuma [14]
    • ►Bewegungsapparat / Muskel: durchblutungsfördernd [14]
Traditionelle Volksmedizin
  • ▪ [+] Volksmed. (äußerliche Anwendung):

    • ►Algesie / Schmerz: Muskelschmerzen [14]
    • ►Atemwege / Lunge: Husten [15]
    • ►Bewegungsapparat / Gelenk: Rheumaschmerzen [14]
    • ►Haut: Juckreiz [14]
    • ►Herz: Herzbeschwerden [14], Herzinsuffizienz [14], Herz- und Kreislauf(störungen) [15]
  • ▪ [+] Volksmed. (Aromatherapie):

    • ►Herz: Herzinsuffizienz [14]
    • ►Psyche: Funktionelle / Psychosomatische Störungen [14]
  • ▪ [+] Volksmed. (innerliche Anwendung):

    • ►Harnwege / Blase: Blasenentzündung [14]
    • ►Herz-Kreislauf: Ohnmacht [14], Kollaps [14]
Homöopathie
  • ▪ [+] Hom (D0-D3):
    • ►Atemwege / Erkältung: beginnende Erkältung [15], Erkältungskrankheit [4]
    • ►Atemwege / HNO: beginnender Schnupfen [11]
    • ►Herz-Kreislauf: Kollaps [4][11]
    • ►Magen-Darm: Koliken [11][15]
    • ►Nerven-PNS: Krämpfe [11][15], nervenberuhigend [15]
    • ►Psyche: nervenberuhigend/sedativ [15]
Anthroposophische Medizin
-
Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
Wechselwirkungen
-
Darreichungsformen & Zubereitungen
  • ▪ [EbM/Monographien]:

    • ►Kampfer (Camphora) als fester Teil des Ätherischen Öls (bei Zimmertemperatur durch fraktionierte Wasserdampfdestillation gewonnen) [4][15][18]
    • ►Kampferöl (Cinnamoni camphorae aetheroleum, Camphorae atheroleum/Camphorae oleum, früher: Oleum camphorae/Oleum camphoratum) [Pharm, Komm.E+] [4][14][15][18] als Kreislaufstimulans [18], Counterirritans [18] oder Antiseptikum [18]
    • ►Halbfeste Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung, wie Kampfersalbe (Unguentum camphoratum) [14][15], Brusteinreibung [18], Nasensalbe [18], Inhalierlösung [18], Hautbalsame [4], Kampferspiritus (Spiritus camphoratus) [15][18],
    • ►Kampferöl in Kombinationspräparaten zur äußerlichen Anwendung (mit Rosmarinöl, Lavendelöl, Thymianöl, Terpentinöl, Ameisensäure, Ammoniak und Chloroform) [15]
  • ▪ [EbM obsolet]:

    • ►Kombinationspräparate als Herz- und Kreislaufmittel oder Hustenmittel [4][15]
  • ▪ [Hom]:

Arzneimittel & Fertigpräparate (Beispiele)
Medizinische Rezepturen
  • ▪ [Innerliche Anwendung]: Gebräuchliche Dosis für eine Kur: 50-200 mg/Tag p.o., gebräuchliche Einzeldosis 150-600 mg p.o. [11], TD 30-300 mg [Komm.E+] [18]
  • ▪ [Subkutane oder intramuskuläre Anwendung]: Einzeldosis 60-200 mg s.c. bzw. 100-300 mg in 1-2 ml eines sterilisierten Fetten Öls gelöst [11], 200-1000 mg i.m. [11]; TD s.c./i.m. 5 g [11]
  • ▪ [Äußerliche Anwendung]: 10-20 % Campher in halbfesten Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung (Nasensalbe, Inhalierlösungen, Einreibungen) [18] bzw. in 0,1 %igen Zubereitungsformen [11]
  • ▪ [Campherspiritus]: 1-10 % Campher [18]
  • ▪ [Homöopathische Anwendung]: Camphora D3 auf Zucker 3-5 Tropfen mehrmals täglich [15]
Rezepte - Essen & Trinken
-

Nutzpflanzenkunde & Ethnobotanik

Nutzung nichtmedizinisch
  • ▪ [Duftpflanze / Parfumpflanze]:

    • ►Insbesondere das Campheröl, aber auch Linalool, Safrol und Terpineol, dienen als Grundsubstanzen für die Parfümherstellung [24]
    • ►In der Parfumindustrie kommt weißes Kampferöl als Kosmetika in Seifen, Deodorants und Parfüms vor [14]
    • ►Das Ätherische Öl kann zur natürlichen Gewinnung von Linalool verwendet werden [24]
    • ►Aus den Blättern des Kampferbaumes wird das ätherische Ravintsaraöl gewonnen [24]
  • ▪ [Aromapflanze]: Das ätherische Kampferöl wird als Ersatz für (falsches) Pfefferminzaroma eingesetzt [14]

  • ▪ [Gewürzpflanze]: Die getrockneten Blätter werden seit vielen Jahrhunderten als Küchengewürz verwendet [24]

  • ▪ [Insektizid / Repellent]: Kampfer ist ein Insektenschutzmittel und hat eine flohtötende Wirkung [24]. Auch das Holz hat eine insektenabweisende Eigenschaft [24]

  • ▪ [Industrielle Nutzung]: Der 1,8-Cineol-Chemotyp des Kampferlorbeers, d.h. die Varietät/Sorte mit dem höchsten Cineolanteil, wird in China zur Herstellung von gefälschtem „Eukalyptusöl“ verwendet [24]

  • ▪ [Chemietechnische Nutzung]: Das ätherische Kampferöl wirkt wie ein starkes Konservierungsmittel (auch in der Verdünnung 1 : 1000), es verhindert das Wachstum von Pilzen (konzentriert niemals anwenden!); auch in der Duftlampe/Diffuser genügt ein einziger Tropfen [14]

  • ▪ [Materialtechnische / bautechnische Nutzung]: Das Holz des Kampferbaums trocknet nur langsam, ist gut zu bearbeiten und sehr widerstandsfähig gegen holzzerstörende Pilze und Insekten. Es wird für den Bootsbau und zum Teil auch wegen seines aromatischen Geruchs für die Herstellung spezieller Möbel und Kunstgegenstände verwendet [24]

  • ▪ [Kulturpflanze]: Die Art wird zur Kampfer- und Holzproduktion angebaut [24]

  • ▪ [Zierpflanze]: Zierbaum für Gärten und öffentliche Parks [18][24]

Nutzung nichtmedizinisch (obsolet)
  • ▪ [Industrielle Nutzung]: Die Produktion und der Versand von Kampfer in fester, wachsartiger Form waren vor und während der japanischen Kolonialzeit (1895–1945) ein wichtiger Wirtschaftszweig in Taiwan. Es wurde medizinisch verwendet und war auch ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von rauchfreiem Schießpulver und Zelluloid, aus welchem in der ersten Hälfte des 20. Jh. frühe Kunststoffprodukte und Filme hergestellt wurden [24] In den Berggebieten, in denen der Baum normalerweise vorkommt, wurden einfache Destillierapparate aufgestellt. Die Späne des abgesplitterten Holz wurden in einer Retorte gedämpft, wodurch der Kampfer kristallisieren konnte, nachdem der Dampf eine Kühlkammer passiert hatte. Anschließend wurde es abgekratzt und zur Verarbeitung und zum Verkauf in staatliche Fabriken verschifft. Kampfer war eines der lukrativsten von mehreren wichtigen Regierungsmonopolen unter den Japanern [24]
Ethnobotanische Bedeutung
  • ▪ [Religiöse Pflanze / Zeremonien]:
    • ►Kampfer ist eine weiße kristalline Substanz, welches Bestandteil von Weihrauchmischungen ist [24]. Auch das Holz kann als Räucherwerk verwendet werden [24]
    • ►Bestimmte Kampferbäume in Japan gelten als heilig. Ein Beispiel für die Bedeutung eines heiligen Baumes ist der 700 Jahre alte Kampferbaum, der inmitten der Kayashima-Station wächst. Die Anwohner protestierten dagegen, den Baum zu versetzen, als der Bahnhof erweitert werden musste, weshalb der Bahnhof um ihn herum gebaut wurde [24]
Ethnobotanische Bedeutung (obsolet)
-

Quellenangaben

  • [1] Royal Botanic Gardens (Kew) (ff): Plants of the World Online; https://powo.science.kew.org/
  • [4] Schönfelder I. & Schönfelder P. (2011): Das neue Handbuch der Heilpflanzen; Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart
  • [11] Roth L., Daunderer M., Kormann K. (2008): Giftpflanzen, Pflanzengifte; Nikol Verlags-GmbH
  • [14] Hirsch S. & Grünberger F. (2006): Die Kräuter in meinem Garten; Freya Verlag, Linz
  • [15] Pahlow M. (2006): Das große Buch der Heilpflanzen; Weltbild Verlag, München
  • [18] Van Wyk B.E., Wink C., Wink M. (2004): Handbuch der Arzneipflanzen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart
  • [24] Wikipedia (ff): Die freie Enzyklopädie / The Free Encyclopedia; https://www.wikipedia.org/
  • [25] Busse B. (ff): Eigene Darstellung; PlantaMedia
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Letzte Änderung

27.02.2025