Fabaceae
Glycine
Glycine max (L.) MERR.
Glycine hispida (MOENCH) MAXIM.
Soja
Sojabohne
Soia (ital.), Soya (franz.), Soya bean (engl.), Soybean (engl.)
7, 8, 6, 2, 1, 5, 4, (9)
VII-VIII [4]
(essbar) (Samen erst nach längerem Wässern und Kochen) [4]
[Samen]: Fettes Öl [4] (18-25 %, v.a. mit Glyceriden [4] der Linolsäure [4], Ölsäure [4] und Linolensäure [4], nur wenig Stearinsäure [4] und Palmitinsäure [4], Sojalecithin [18] (Phospholipide/essenzielle Phospholipide [18] (2 % [18], v.a. Phosphatidylcholin [18]))), Sojaproteine [4][18] (35-50 % [4], 40 % [18], mit reichlich essentiellen Aminosäuren [4]), Protease-Inhibitoren [18], Isoflavone/Isoflavonoide [4][18] (wie Genistein [4][18], Daidzein [4][18], Formononetin [4], Cumesterol [4], u.a. Glykoside [18]), Triterpensaponine [4][18] (viele Sojasaponine [18]), Lectine [4], Sterole [4], Vitamin E [4], Kohlenhydrate [4]; [Sojabohnen getrocknet]: Spermidin (12,8-20,7 mg/100 g) [24]; [Gehärtetes Sojaöl]: v.a. Glyceride [4] der Stearinsäure [4] und Palmitinsäure [4]
Isoflavone werden als Phytoöstrogene angesehen [4][18], sie binden schwach an Östrogenrezeptoren und können auf diese Weise östrogenregulierte Gene modulieren, v.a. während der Menopause wenn der Östrogenspiegel abfällt [18], so sollen verschiedenste hormonabhängige Beschwerden, z.B. in den Wechseljahren, und das Risiko der Entstehung von Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindetr werden [4]; Das Isoflavonoid Genistein hemmt spezifisch eine Tyrosinkinase, die eine wichtige Rolle in der Zellteilung spielt und häufig in Tumorzellen verstärkt ist [18], auch die Protease-Inhinitoren könnten zur Antitumoraktivität beitragen [18], so sollen auch die Entstehung von einigen Krebsarten (v.a. Brustkrebs und Prostatakrebs) vermindert werden (siehe auch Trifolium pratense) [4][18]; Soja-Isoflavonoide werden zwar verstärkt als Phytoöstrogene in der Hormonersatztherapie eingesetzt, jedoch kontrovers diskutiert [18], eine endgültige Bewertung dieser Inhaltsstoffe steht noch aus [4]; Dass in asiatischen Ländern weniger diese Erkrankungen auftreten, müsste von 9 % der täglichen Eiweißaufnahme aus Soja für diesen Effekt stammen [4]; In Deutschland empfiehlt man Sojalecithin zur Behandlung von zu hohen Cholesterolwerten und anderen Fettstoffwechselstörungen [18]; Sojasaponine wirken anscheinend gegen Thrombose und sind leberschützend [18]
Wahrscheinlich von der sehr ähnlichen Wildform Glycine soja SIEB. & ZUCC. abstammend und gezüchtet [4][18], beide Arten sind zur Ölherstellung nutzbar [4]; Bei der Gewinnung des Öls fällt als Nebenprodukt Sojalecithin an (ein Gemisch aus Phosphatiden (Phospholipiden), v.a. Phosphatidylcholin) [4]; Ein wichtiges Phytoöstrogenpräparat wird aus Rotklee (Trifolium pratense) hergestellt [18]
Gehalt an fettem Öl schwankend zwischen 18-25 % [4]; In asiatischen Ländern mit sojareicher Ernährung treten Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten (v.a. Brustkrebs) seltener auf [4]; Die Annahme dass Soja die Häufigkeit von Prostatakrebs und Brustkrebs senkt, stützt sich auf den Vergleich zwischen den Bewohnern von O-Asien (Soja ist dort Grundnahrungsmittel) und den Bewohnern der übrigen Welt [18]; Die Sojabohne wird in China seit der Antike angebaut [18]
M: Entöltes Sojalecithin (Sojae lecithinum desoleatum, Lecithinum ex soja) [Pharm, Komm.E+, DAB] [4][18], Gereinigtes fettes Sojaöl (Sojae oleum raffinatum) [PhEur] [4], Hydriertes Sojaöl [PhEur] [4], Partiell hydriertes Sojaöl [DAB, ÖAB] [4], Emulsionen [4], intravenöse Infusionen zur künstlichen Ernährung [4], Badezusätze [4], Nahrungsergänzungsmittel [4]; V: Kräftigungsmittel [4], "Nervennahrung" [4]; Gm: Gemüse (Lecithinum vegetabile (ex Soja)) [4]; Lb: Speiseöl [4], Margarine [4], Lebensmittelzutat (Schokolade, Backwaren) [4]; In/Km: Sojalecithin als Lösungsvermittler zwischen wasser- und fettlöslichen Verbindungen [4] (Ausgangsmaterial für Liposomen, bei der Herstellung von Salben) [4]
Benjamin Busse
09.12.2024