Fabaceae
Glycyrrhiza
Glycyrrhiza glabra L.
Liquiritia officinalis MOENCH
Süßholz
Kahles Süßholz
Lakritze (ger.), Lakritzenwurzel (ger.), Licorice (engl.), Licorice shrub (engl.), Liquirizia (ital.), Liquorice (engl.), Regalicia (span.), Réglisse officinale (franz.), Spanisches Süßholz (ger.), Süßholzstrauch (ger.)
4, 7, 3, 6
V-IX [4]
0(max), essbar [4]
CAVE(max): Lakritzprodukte als Genussmittel können nach regelmäßigem reichlichem Verzehr ebenfalls unerwünschte Nebenwirkungen (wie Bluthochdruck) verursachen [4]; daher max. Gehalt an Glycyrrhizin mit 200 mg/100 g Lakritzzubereitung festgelegt [4]; Tee nicht länger als 4-6 Wochen anwenden [4]; während dieser Zeit auf kaliumreiche Kost wie Bananen und Aprikosen achten! [4]; Bei längerem Gebrauch kann es zu vermehrter Ödembildung und zu Bluthochdruck kommen! [4]; Indirekte mineralocorticoide Wirkung führt bei längerer hoch dosierter Einnahme (4 Wochen) zu entsprechenden Nebenwirkungen durch Veränderungen im Mineralstoffwechsel mit Ödembildung und Bluthochdruck! [4][18]; Pro Tag sollten davon nicht mehr als 100 mg entsprechend 50 g Lakritz konsumiert werden! [4]
Wurzel, Holz, Stängel, Pflanzensaft
Triterpen(-säure)saponine [4][18] (v.a. Glycyrrhizinsäure [18] (2-15 % [18]), Glycyrrhizin [4] (Kaliumsalze [4] und Calciumsalze [4] der Glycyrrhizinsäure [4], Glycyrrhetinsäure [4][18] (das Aglykon der Glycyrrhizinsäure [18], v.a. in der Wurzelrinde [4]), 24-Hydroxyglycyrrhetinsäure [18], u.a. weitere Saponine [18]), Triterpenoide, Flavonoide [4][18] (wie Liquiritin [4][18] und Isoliquiritin [4][18] bzw. deren Aglykone [4], Liquiritigenin, Isoliquiritigenin (Chalkonform)), Isoflavone/Isoflavonoide [4][18] (wie Formononetin [4]), Isoflavan [4] (wie Licoricidin [4]), Chalkone [18], Cumarine [4], Phytosterole [4], Polysaccharide [4]
Versuche belegen, dass Glycyrrhizinsäure und Glycyrrhetinsäure schwach an Corticoidrezeptoren (Glucocorticoide, Aldosteron) binden [18], so soll Glycyrrhetinsäure durch Hemmung eines Enzyms die Ausscheidung von körpereigenen Corticosteroiden verzögern [4], dies könnte die entzündungshemmenden Eigenschaften erklären [18]; Diese als indirekte corticoide Wirkung führt allerdings bei längerer, hoch dosierter Einnahme zu entsprechenden Nebenwirkungen [4]; Süßholz besitzt ferner gewisse antivirale, antibakterielle, zytotoxische, antihepatotoxische, antioxidative, antihistaminerge und immunstimulierende Eigenschaften [18], in Japan werden die antiviralen Eigenschaften der Glycyrrhizinsäure parenteral zur Behandlung chronischer Leberentzündungen eingesetzt [4]; Das Vorkommen von Saponinen macht die expektorierenden, sekretolytischen und sekretomotorischen Eigenschaften plausibel [18]; Krampflösende Wirkung haben die Flavonoide [4]; Für das Isoflavan Licoricidin wurden entzündungshemmende, antiasthmatische und antiallergische Effekte erkannt [4], die in der traditionellen asiatischen Medizin schon lange genutzt werden [4]; Seit der antike bei Magen- und Duodenumgeschwüre sowie gegen Gastritis und Husten eingesetzt [18], geschwürheilende Aktivitäten konnten aber bisher in klinischen Studien nicht bestätigt werden [18]
Die Hauptflavonoide und Chalkone der frischen Wurzel (Liquiritin bzw. Isoliquiritin) werden bei der Trocknung teilweise hydrolysiert [18]
[Wurzel, Rhizom]: Isol. Glycyrrhizinsäure [18], Hustentees [4], Teeaufguss [4][18], Teeaufgussmischungen [4], Abkochungen [18] und Extrakte [18] als Bestandteil von vielen Zubereitungen [18], als Wirkstoff [18], wie auch zur Geschmacksverbesserung von Medikamenten [18]; [Holz]: Süßholzsaft (Liquiritiae succus, hergestellt durch Auskochen der Wurzeln mit Wasser und Eindampfen des Extraktes) in Fertigpräparaten [4]; Hom: Glycyrrhiza glabra [4]; Ar/Gm/Lb: Süßholzsaft als Lakritze [4]
Benjamin Busse
09.12.2024