Verbenaceae
Vitex
Vitex agnus-castus L.
Mönchspfeffer
Mönchspfeffer
Abrahamstrauch (ger.), Keuschlamm (ger.), Keuschstrauch (ger.), Liebfrauenbettstroh (ger.), Pfeffersalz (ger.), Tanis (ger.)
VI-XI [4]
0; CAVE: Vor der Einnahme sollte eine ärztliche Abklärung der Beschwerden erfolgen! [4]
CAVE(al): Als Nebenwirkungen können gelegentlich juckende, urtikaielle Exantheme auftreten [41]
F, S, Bl, H
[Frucht]: Iridoidglykoside [4] (Agnusid [4], Aucubin [4]), Lipophile Flavonoide [4] (Casticin [4], u.a.), Ätherisches Öl [4] (mit Bornylacetat [4], Cineol [4], Limonen [4], u.a. Monoterpene [4] und Sesquiterpene [4]); [Blätter]: Iridoidglykoside [4] (Agnusid [4], Aucubin [4], Eurotosid), Lipophile Flavonoide [4] (Casticin [4], u.a.), Ätherisches Öl [4] (mit Bornylacetat [4], Cineol [4], Limonen [4], u.a. Monoterpene [4] und Sesquiterpene [4]); [Holz]: Iridoidglykoside [4] (Agnusid [4], Aucubin [4]), Flavon-C-Glykoside (Orientin-Typ); [Weitere]: Diterpene [4] (wie Rotundifuran [4], Vitexilacton [4]), Fettes Öl [4]
Es gibt Hinweise, dass wässrig-alkoholische Agnus-castus-Extrakte in vitro die Prolaktinsekretion inhibieren. Humanpharmakologisch ist eine Senkung des Prolaktinspiegels bisher nicht belegt. Zur Pharmakokinetik liegt kein Erkenntnismaterial vor. Systematische Untersuchungen zur Toxikologie liegen nicht vor [41] Tierexperimentell wurde eine Beeinträchtigung der Stillleistung gesehen [41] Tierexperimentell gibt es Hinweise auf eine dopaminerge Wirkung der Droge [41]
Das Wirkprinzip der Gesamtextrakt-Fertigpräparate wird mit der Senkung eines erhöhten Prolaktinspiegels über eine dopaminerge Wirkung erklärt [4], möglicherweise unter Beteiligung der Diterpene [4]; Die wässrig-alkoholischen Auszüge in Fertigpräparaten werden bei zeitlich unregelmäßigen Monatsblutungen, prämenstruellen Beschwerden mit Reizbarkeit, Stimmungsveränderungen, Kopfschmerzen, Spannungs- und Schwellungsgefühl in den Brüsten eingesetzt [4] und wirken prolaktinsenkend [4], sind dopaminerg [4] und libidohemmend [4]; Die Früchte sollen im Mittelalter dem Bettstroh in Klöstern beigegeben worden sein, um den Mönchen und Nonnen die Einhaltung des Keuschheitsgelübdes zu erleichtern [4] (daher der Name Mönchspfeffer oder Keuschlamm von lat. castus = keusch [4])
CAVE(int): Wechselseitige Wirkungsabschwächung bei Gabe von Dopamin-Rezeptor-Antagonisten möglich [41]
Benjamin Busse
23.02.2024