Lamiaceae
Rosmarinus
Rosmarinus officinalis L.
Rosmarin
Rosmarinkraut
Anthoskraut (ger.), Antonkraut (ger.), Brautkleid (ger.), Hochzeitsbleaml (ger.), Kid (ger.), Kranzkraut (ger.), Lieblingskraut (ger.), Meertau (ger.), Meertran (ger.), Röselimarie (ger.), Romarin (franz.), Roméro (span.), Rosemary (engl.), Rosmarin (ger.), Rosmarino (ital.), Weihrauchkraut (ger.)
4, 6
sonniger Standort [24]
7
CAVE: Schwangeren wird generell von der Einnahme von Rosmarintee abgeraten [15][24]; Außerdem sollte ein Bad mit Rosmarin nicht am Abend eingenommen werden, da es den Schlaf stören kann! [4][15]Cave(al): Vorsicht bei der innerlichen Einnahme des Ätherischen Öls, da es Magendarm- und Nierenreizungen verursachen kann! [15]CAVE(max): Zu hohe Dosen können Rauschzustände und Krämpfe auslösen [24]; Tagesdosen von 6 g Blätter für Teeaufgüsse, 20 Tropfen Ätherisches Öl und 50 g für Bäder sollten nicht überschritten werden! [24]; Generell sollte wie bei Kräutern üblich nach etwa 2-3 Wochen zu einem anderen Kraut gewechselt werden, um nicht abzustumpfen [14]
[Blätter]: Ätherisches Öl (2,5 %) [4][11][14][15][18][24] (v.a. 1,8-Cineol (15-55 %) [4][11][14][18][24], α-Pinen (15-25 %) [4][11][18][24], Campher (10-25 %) [4][14][18][24], Camphen (5-10 %) [24], β-Caryophyllen (1-8 %, 0,1-8.3 %) [27][110], u.a. Borneol (2 %) [4][11][14][18][24], Bornylacetat [4][11][24], β-Pinen (kleinere Mengen) [4][11][18], Limonen [18], Linalool [18], 3-Octanon [18], Terpineol [18][24], Verbinol [18], Verbenon (Geruchsträger) [4], u.a. Sesquiterpene [11][24], Monoterpenole [24], Phenole [24], Ketone [24], Ester [24]), Phenolcarbonsäuren/Lamiaceen-Gerbstoffe (8 %) [4][15][18][24] (v.a. Rosmarinsäure [4][14][18][24]), Bittere Diterpene/Diterpenphenole [4][11][18] (Carnosol [18][24], Carnosolsäure/Carnosinsäure [4][11][24], Rosmanol [18], Rosmadial [4]), Saponine (Triterpene/Triterpensäuren) (wenig) [4][11][15][18][24] (Oleanolsäure [18], Ursolsäure [18]), Triterpenalkohole [18] (α-Amyrin [18], β-Amyrin [18], Betulin [18]), Flavonoide [4][14][15][18][24], Flavonoidglykoside [11][18] (Diosmetin [18], Luteolin [18], Genkwanin [18]), Glycolsäure [24], Bitterstoffe [14][15][24], Harze [15][24]
In Labor- und Tierversuchen wurden die meisten biologischen Aktivitäten bestätigt, die Rosmarinkraut oder Rosmarinöl traditionell zugeschrieben werden [18], dazu gehört die Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Viren [18]; ferner krampflösende, antioxidative, die glatte Muskulatur modulierende, venentonisierende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekte [18]; Die Droge fördert außerdem die Galleproduktion und den Gallenfluss auf milde Weise [18]; Carnosolsäure wirkt antioxidativ [4], so dass die Blätter zum Konservieren von Fleisch und Fett genutzt werden können [4]; Rosmarinöl hat eine stark antiseptische Wirkung, die das 5,4-fache von Karbolsäure (Phenol) beträgt [24]; Rosmarin als Tee hat eine antimykotische Wirkung auf verschiedene Schadpilze und kann somit als hauseigenes Pflanzenschutz- bzw. -stärkungsmittel eingesetzt werden [24]
Rosmarinus officinalis Chemotyp 1,8 Cineol enthält 45 % Oxide, 30 % Monoterpene, Sesquiterpene, Monoterpenole, Phenole, Ketone und Ester; Rosmarinus officinalis Chemotyp Verbenon enthält 50 % Monoterpene, 15 % Ketone, Monoterpenole, Ester und Oxide [24]; In der Mischkultur eignet sich der Salbei als Nachbar [24]
Unter trockenen Bedingungen wächst die Pflanze besser [24]; Das ätherische Rosmarinöl bildet je nach Standort, Höhenlage, Klima und Boden unterschiedliche Chemotypen aus, die sich in komplett verschiedenen Inhaltsstoffen und Wirkweisen unterscheiden [24]; So ist der Wirkstoffgehalt vom Ätherischen Öl auch während der Entwicklung (Blattknospen-Blätter) stark variabel [11]; Trocknungstemperaturen über 35 °C sind zu vermeiden, um das Ätherische Öl zu schonen [15]; Der Gehalt an β-Caryophyllen schwankt zwischen 1-8 % bzw. 0,1-8,3 % [27][110]
M(Kraut, Ätherisches Öl, innerlich): Generell tonisierend [18], antimikrobiell [18], krampflösend [18], karminativ [18], Magenmittel [18], Verdauungsstörungen [4][18], krampfartige Magenbeschwerden [18], leichte krampfartige Magendarmbeschwerden [4], leichte krampfartige Gallenblasenbeschwerden [4], Völlegefühl [4], Blähungen [4][18][24], appetitanregend [4][18][24], verdauungsfördernd [4][18], Gallenproduktion anregend [18][24], mild gallenflussfördernd [18], Kopfschmerzen [18], nervöse Beschwerden [18], Erschöpfung nach überstandenen Infektionskrankheiten (2) [4], kreislaufanregend bei Kreislaufschwäche (2) [4], antioxidativ [4]; M(Ätherisches Öl, äußerlich): kreislaufstimulierend [18][24], belebend auf Körper [4], hautdurchblutend [4][18][24], hautreizend [4][24], antibakteriell [18], anitimykotisch [18][24], Parasiten [18], leicht schmerzstillend [18], Muskelschmerzen [18], Gelenkschmerzen [18], Muskel- und Gelenkrheuma [4][24], Counterirritans [18], Neuralgie [4], Schleimhautentzündungen der unteren Atemwege [4], Schleimhautentzündungen (Mund- und Rachenraum) [4], antiseptisch (2) [24]
V(Kraut, Ätherisches Öl): antibakteriell [18], anitimykotisch [18], antiviral [18], krampflösend [18], antioxidativ [18], glatte Muskulatur modulierend [18], venentonisierend [18], schmerzlindernd [18][24], entzündungshemmend [18], urogenital durchblutungsfördernd (2) [24], diuretisch [24], kreislaufanregend [24], wundheilungsfördernd [24], Hautinfektion [24], Gicht [24], Rheuma [24], Migräne [24], verdauungsfördernd (2) [24]
Hom: Magendarmstörungen [4]
M/V: Magenmittel (häufig Bestandteil von Fertigpräparaten) [18], Teeaufguss [4][14][15][18][24], Tinktur [14], Rosmarinwasser [14], Desinfektionsmittel [14], Rosmarinöl [4][14][24], Bronchialbalsame [4], Salben [14][18], Gurgellösungen [4], belebende und desinfizierende Badezusätze/Badeöle [4][14][15][18], Counterirritans [18], Kreislaufstimulans [14], Hautpflegemittel [14], Massageöl [14], Haartonikum [14], Rosmarinspiritus [15][24], Rosmarinwein [14]; Hom: Rosmarinus officinalis [HAB] [4]; Ar/Gn: Liköraroma [4]; Du/Km: Enfleurage als Kosmetikum oder Duftcremes gegen gestresste und müde Haut (Enfleurage: Verfahren bei dem die fettlöslichen Duftstoffe/Ätherischen Öle durch Absorption durch Fett extrahiert werden) [14]; Gw: Gewürz [4][18], Gewürzmischungen, z.B. Gewürzmischung für Frühstücksei und Eierspeisen bei Eierunverträglichkeit [15], Bestandteil einer traditionellen Kräutermischung ("Bouquet garni"/Kräutersträußchen zum Aromatisieren von Bouillon, dickflüssigeren Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten mitgekocht und kurz vor dem Servieren entfernt; Traditionell besteht es frisch aus drei Petersilienstängeln, einem Zweig Thymian und einem kleinen Lorbeerblatt, getrockneter Thymian wird meist in ein Lauchblatt gehüllt, um zu vermeiden, dass sich harte Krautbestandteile im Gericht verteilen; Je nach Verwendungszweck kann das Bouquet garni aber auch variiert werden: So werden für Lamm oder auch rote Saucen andere Kräuter wie Basilikum, Sellerieblätter, Pimpinelle, Kerbel, Estragon, Rosmarin, Bohnenkraut oder auch Komponenten wie Zitronenschale und Wurzelgemüse verwendet; Das Bouquet für Schweinefleisch enthält meist Salbei, Thymian und Majoran, das für Geflügel Sellerie, Petersilie, Thymian, Majoran, Estragon und Lorbeer; Ein Bouquet für Meeresfrüchte besteht üblicherweise aus Dill, Estragon und Zitronenschale) [24]; Xc/Lb: Konservierungsmittel für Fleisch und Fett [4]
Benjamin Busse
09.05.2025