Asteraceae
Centaurea
Centaurea cyanus L.
Centaurea segetalis SALISB., Cyanus segetum HILL, Centaurea cyaneum ST.-LAG., Centaurea cyanocephala VELEN., Centaurea cyanus ssp. coa RECH.f., Centaurea hoffmanniana ASCH., Centaurea hortorum PAU, Centaurea lanata ROXB., Centaurea pulcherrima WIGHT ex DC., Centaurea pulchra DC., Centaurea rhizocephala TRAUTV., Centaurea umbrosa A.HUET ex REUT., Cyanus arvensis MOENCH, Cyanus cyanus HILL, Cyanus dentato-folius GILIB., Cyanus vulgaris DELARBRE, Jacea segetalis LAM. ex STEUD., Jacea segetum LAM., Leucacantha cyanus NIEUWL. & LUNELL, Setachna cyanus DULAC
Flockenblume
Kornblume
Azulejo (span.), Bachelor's button (engl.), Bleuet (franz.), Blue cornflower (engl.), Cornflower (engl.), Fioraliso (ital.), Fiordaliso vero (ital.), Kornflockenblume (ger.), Kornnelke (ger.), Rockenblume (ger.), Sichelblume (ger.), Zachariasblume (ger.), Zachariaskraut (ger.), Ziegenbein (ger.), Zyane (ger.)
meridionales Klima [25], submeridionales Klima [25], mediterranes Klima [25], submediterranes Klima [25], subtropisches Klima [25], warmes Klima [25], gemäßigtes Klima [25], nördlich-gemäßigtes Klima [25], subkontinentales Klima [25], kontinentales Klima [25], subatlantisches Klima [25], boreales Klima [25], arides-mäßiges Klima [25], arktisches Klima [25], kühles Klima [25], tropisches Klima [25]
W: Überwinternd grün, oft mit grünen Blättern überwinternd, die aber meist im Frühjahr ersetzt werden [21]
8: sehr häufig, d.h. in etwa 75% der Felder [21]
4: meist gruppiert, zwischen 3 und 5 vermittelnd [21]
[++] Volksmed. (Blütenextrakte):
[+] Volksmed. (Blüten):
[+] Volksmed. (Augenwasser oder Kompresse mit starkem Tee):
[+] Volksmed. (Blüten als Abkochung im Badewasser oder Waschung):
[+] Volksmed. (Teeaufguss als Gesichtswasser):
[+] Volksmed. (Blätter):
[Symbolpflanze]:
Im Mittelalter war die Kornblume als Marienblume bedeutsam, sie findet sich so auf gotischen Flügelaltar-Bildern und anderen Abbildungen [24]
Um 1800 wandelte sich die Kornblume vom Ackerunkraut zum Symbol einer neuen Natürlichkeit und mit der Mythenbildung um die 1810 jung verstorbene Königin Luise zur „preußischen Blume“. Den entscheidenden Anstoß für den Kornblumenkult des 19. Jh. hatte Luises Sohn – der spätere Kaiser Wilhelm I. – gegeben, der in Erinnerung an seine Kindheit die preußisch blaue Kornblume zu seiner Lieblingsblume erklärt hatte. Wilhelms Vorliebe soll auch auf seine Tochter Luise zurückgehen, die mit Sträußen und Kränzen das Arbeitszimmer ihres Vaters schmückte. Preußisch Blau bezog sich hier auf den Farbton der Uniformröcke. Die Kornblume wurde bei den regelmäßigen Kuraufenthalten des deutschen Kaisers Wilhelm I. in Österreich-Ungarn von der Bevölkerung zur Schmückung von Kleidung und Häusern verwendet. Dies führte dazu, dass die Preise der Blume deutlich anstiegen und auch auf Kunstblumen ausgewichen werden musste [24]
Die Kornblume galt ab Ende des 19. Jh. als ein Symbol der deutschnationalen Bewegungen. Ein Teil davon war die sog. Schönerer-Bewegung in Österreich. In Schönerers Partei Alldeutsche Vereinigung, welche antisemitische und großdeutsche Positionen vertrat, sah man die Kornblume als Symbol der deutschen Treue an. Weil diese auch für eine Auflösung Österreich-Ungarns zugunsten des Deutschen Reichs eintraten, wurde das Tragen der Kornblume von den österreichischen Behörden zeitweise unter Strafe gestellt und galt als „hochverräterisch“. Da Schönerer als Vorbild Hitlers gesehen wird, gilt das Symbol der Kornblume als ideell belastet [24]
Als politisches Symbol fand die Kornblume in Deutschland (im Gegensatz zu Österreich) nur geringe Verwendung. Um 1910 kamen Kornblumentage auf, an denen junge Mädchen (Papier)-Kornblumen zugunsten bedürftiger Veteranen verkauften [24]
Die 1909 gegründete, zum völkisch-antisemitischen Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband gehörende Jugendorganisation Fahrende Gesellen nutzte – mit Bezug auf die österreichische Schönerer-Bewegung – die Kornblume als Bundeszeichen. Der 1948 wiedergegründete Bund Die Fahrenden Gesellen. Bund für deutsches Leben und Wandern führt als Symbol der Kontinuität die Kornblume in seinem Abzeichen.
Von 1933 bis 1938 war die Kornblume ein Erkennungszeichen der damals illegalen Nationalsozialisten
Die Kornblume gilt auch als Symbol der Ungarndeutschen bzw. Donauschwaben. Die Kornblume war deshalb auch das Zeichen der 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division „Maria Theresia“, die überwiegend aus Ungarndeutschen bestand [24]
[Mythologiepflanze/Volksglauben]:
Die Kornblume erhielt ihren Namen vom griechischen Zentauren Chiron, der halb Mensch, halb Pferd war und als heilkundlicher Lehrer des Helden Achilles auftrat, dessen Wunden er mit Kornblumen bedeckte und so heilte [14].
Man band zu Johanni (24. Juni) Kränze, blickte durch sie auf das Sonnwendfeuer und sprach: "Johannisfeuer, stärk mir meine Augenlider, dass ich dich aufs Jahr seh wieder." [14]
Eine oder zwei Kornblumen sollten gegessen werden, ihr Verzehr war wie ein vorzügliches Mittel. [14]
Angeblich braucht man die Blume nur in die Hand nehmen und an die Blutstillung zu denken, und diese trat ein. [14]
Benjamin Busse
13.10.2025