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Brassica oleracea var. botrytis L. (Blumenkohl)
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FamilieBrassicaceae
Gattung (botanisch) / SektionBrassica
Artname (botanisch)Brassica oleracea var. botrytis L.
Synonyme (botanisch)-
Gattung (deutsch)Kohl
Artname (deutsch)Blumenkohl
Andere Artnamen & Volksnamen (international)Blütenkohl (ger.), Cauliflower (engl.), Cavolfiore (ital.), Italienischer Kohl (ger.), Karfiol (ger.), Käsekohl (ger.), Minarett-Kohl (ger.), Traubenkohl (ger.)


Geographische Herkünfte (H) / Verbreitungen (V) / Anbaugebiete (A)

▪ H: Vorderasien (Kleinasien) [24]
▪ V: weltweit [24]
▪ A: Europa [24] (v.a. Italien [24], Frankreich [24], Bretagne [24], Spanien (Küstengebiete) [24], Deutschland [24]), Ostasien (China) [24], Südasien (Indien, Bangladesch) [24], südl. Nordamerika (Mexiko) [24], Vorderasien (Türkei, Pakistan) [24], Nordwestafrika (Algerien) [24]

Makroklimata (Klimazonen)

IV-Wechselfeuchte Subtropen (winterfeucht) [25], VI-Feuchte Mittelbreiten [25], II-Wechselfeuchte Tropen [25], V-Immerfeuchte Subtropen [25]

Mikroklimata (Klimaregionen)

meridionales Klima [25], submeridionales Klima [25], mediterranes Klima [25], submediterranes Klima [25], gemäßigtes Klima [25], nördlich-gemäßigtes Klima [25], atlantisches Klima [25], ozeanisches Klima [25], subatlantisches Klima [25], subkontinentales Klima [25], warmes Klima [25], tropisches Klima [25], subtropisches Klima [25]

Biotoptypen

-

Standorttypen

Flachland [25], Küstengebiete [25], Äcker [24], Äcker (Hackfruchtkulturen) [25], Gärten [24], Subtropen [25], Tropen [25]

Standortbedingungen

warmer Standort (18-29 °C, opt. 18 °C) [24], sonniger Standort [24]

Bodentypen / Bodenbedingungen

feuchter Boden [24], frischer Standort [25], humoser Boden [24], humusreicher Boden [25], nährstoffreicher Boden [24], stickstoffreicher Boden [25], gedüngter Boden [24], sandiger Boden [24], lockerer, gut drainierter Boden [24], fruchtbarer Boden [24], phosphorhaltiger Boden [24]


Ökofaktoren

Licht-
Temperatur8: Warm bis sehr warm [25], 9: Sehr warm [25]
Feuchtigkeit5: Frisch [25]
Wind-
pH-Klasse-
Stickstoff-
Salz-

Soziol. Pflanzencharakteristik

Lebensform-
Blattausdauer-
Messtischblattfrequenz Mitteleuropas-
Dominanz-

Blütezeit

-

Erntezeit

Frühjahr bis späten Herbst [24]


Risikopotential

▪ essbar: Pflanzenteile essbar [24]

Risikobemerkungen / Nebenwirkungen

-

Giftige / Allergene Pflanzenteile

-

Nutzbare Pflanzenteile

▪ [Gemüsepflanze]: Noch nicht voll entwickelter Blütenstand/in einem Kopf zusammenstehende Blütensprossen [24], Blätter [24]
▪ [Lebensmittelpflanze]: Noch nicht voll entwickelter Blütenstand/in einem Kopf zusammenstehende Blütensprossen [24]

Pflanzliche Inhaltsstoffe

▪ [Blütenstand]: Zucker (1,9-2,3 g/100 g) [24], Ballaststoffe (2-2,9 g/100 g) [24], Fett (0,3 g/100 g) [24], Proteine (1,9-2,5 g/100 g) [24], Vitamine [24] (Vitamin A1 (1,7 µg/100 g) [24], Vitamin B1 (50-88 µg/100 g, 4-7 % RDA) [24], Vitamin B2 (60-92 µg/100 g, 5-7,6 % RDA) [24], Vitamin B3 (0,507 mg/100 g, 3 % RDA) [24], Vitamin B5 (0,667-1 mg/100 g, 13-19,5 % RDA) [24], Vitamin B6 (184-200 µg/100 g, 14-15 % RDA) [24], Folsäure (57-88 µg/100 g, 14-21,6 % RDA) [24], Vitamin C (hoher Gehalt, 48,2-64 mg/100 g, 58-77 % RDA) [24], Vitamin E2 (80-89 µg/100 g, 1 % RDA) [24], Vitamin K (15,5 µg/100 g, 15 % RDA) [24]), Mineralstoffe (0,8 g/100 g) [24] (Calcium (22 mg/100 g, 2 % RDA) [24], Eisen (420-510 µg/100 g, 3-3,6 % RDA) [24], Magnesium (15 mg/100 g, 4 % RDA) [24], Mangan (155-180 µg/100 g, 7-8 % RDA) [24], Phosphor (44-49 mg/100 g, 6 % RDA) [24], Kalium (282-299 mg/100 g, 6 % RDA) [24], Natrium (13-30 mg/100 g, 1-2 % RDA) [24], Zink (270-295 µg/100 g, 3 % RDA) [24], Selen (0,9 µg/100 g) [24], Kupfer (45 mg/100 g) [24]), Aminosäuren (Arginin (620 mg/100 g) [24], Histidin (280 mg/100 g) [24], Isoleucin (540 mg/100 g) [24], Leucin (920 mg/100 g) [24], Lysin (380 mg/100 g) [24], Methionin (220 mg/100 g) [24], Phenylalanin (640 mg/100 g) [24], Threonin (430 mg/100 g) [24], Tryptophan (150 mg/100 g) [24], Tyrosin (410 mg/100 g) [24], Valin (620 mg/100 g) [24]), Isothiocyanate [24], Glucosinolate [24] (Glucoraphanin (hoher Gehalt)) [24], Spermidin (2,5 mg/100 g gekocht) [24]

Pharmakologische Studienergebnisse

▪ In Kohlgemüse (v.a. den essbaren Zuchtformen) sind sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, welche das natürliche Immunsystem unterstützt und auch helfen, das Risiko für Krebserkrankungen zu senken [1179][1180]
▪ Im Kohlgemüse sind besonders reichhaltig Glucosinolate vorhanden, zusammen mit Ballaststoffen und weiteren Inhaltsstoffen können sie u.a. einer Bildung von Magengeschwüren vorbeugen [24]
▪ Weiterhin kann der Verzehr von Pflanzen aus der Kohlfamilie dabei helfen, den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel günstig zu beeinflussen und die Verdauung auf natürliche Weise zu regulieren [24]

Vergleiche zu ähnlichen Pflanzen

▪ Der Blumenkohl ist eine Zuchtsorte des Gemüsekohls (Brassica oleracea) und stammt von der in Kleinasien beheimateten Urform Brassica oleracea var. silvestris ab [24]
▪ Blumenkohl ist im Vergleich zu Kohl relativ schwierig anzubauen, mit häufigen Problemen wie einem unterentwickelten Kopf und einer schlechten Qualität [24]
▪ Anders als bei anderen Kohlsorten bildet sich der Blütenstand bereits im ersten Jahr, werden die Pflanzen nicht geerntet, kommt es zum „Schießen“, der gestauchte Spross streckt sich, und es werden gelbe Blüten und dann Samen gebildet [24]
▪ Brassica oleracea L. convar. botrytis (L.) ALEF. var. botrytis (Romanesco (ger.), Romanesco Broccoli (engl.)) ist eine Variante des Blumenkohls, die in der Nähe von Rom gezüchtet wurde, seit dem 16. Jh. wird er auch in Deutschland angebaut [24]
▪ Der Romanesco gehört zu den wenigen Pflanzen, die in ihrem Blütenstand gleichzeitig Selbstähnlichkeit und damit eine fraktale Struktur sowie Fibonacci-Spiralen aufweisen [24], er wird meistens gekocht gegessen, hat einen hohen Gehalt an Vitamin C und übertrifft darin den Blumenkohl [24]
▪ Farbige Blumenkohle werden v.a. in Italien und Frankreich angebaut, es sind auch violette und grüne Zuchtformen verbreitet, deren Blütenstände nicht vollständig von Hüllblättern umschlossen sind und sich während des Wachstums mit Lichteinwirkung violett oder andere Sorten ohne Lichteinwirkung grün einfärben [24]. Die knospigen Blütenstände, die in den Handel kommen, sind in Deutschland in der Regel weiß bis elfenbeinfarben, da sie von Blättern umhüllt oder mit Folien abgedeckt und dadurch vor Licht geschützt waren [24]
▪ Anders als der eng verwandte Broccoli wird Blumenkohl oder Romanesco geerntet, bevor die Hüllblätter sich geöffnet haben und die Blüten voll entwickelt sind [24]

Besonderheiten & Zusammenhänge (geoökochemisch / biochemisch)

▪ Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe schwankt in Abhängigkeit von der Sorte, den Umweltbedingungen wie Boden und Klima, als auch von der Anbautechnik je nach Düngung und Pflanzenschutz [24][25]
▪ Kochen reduziert das Niveau der Inhaltstoffe, wie Glucosinolate, im Blumenkohl um 20-30 % nach 5 min, 40-50 % nach 10 min und um 75 % nach 39 min, dagegen haben andere Zubereitungen, wie Dampfgaren, Mikrowelle und Braten keinen signifikanten Einfluss auf die Inhaltsstoffe [24]
▪ Im Wachstumsverlauf kann 3-4x Stickstoff (z.B. Hornspäne) als Kopfdüngung gegeben werden, bis der Bedarf gedeckt ist [24]
▪ Regelmäßiges Hacken und Gießen bei Trockenheit fördert das gleichmäßige Wachstum des Blumenkohl [24]
▪ Bei starker Sonneneinstrahlung sollte Blumenkohl mit einem Blatt o.ä. bedeckt werden, um ein Vergilben zu vermeiden [24]
▪ Lange Sonneneinstrahlung bei heißem Sommerwetter kann dazu führen, dass Blumenkohlköpfe sich rot-violett verfärben [24]

Zubereitungsformen

-

Konservieren & Aufbewahren

▪ Blumenkohl sollte direkt nach der Ernte gekühlt werden [24][25]. Für eine optimale Konservierung kann eine Zwangsluftkühlung erforderlich sein, um bei heißem Wetter Wärme aus dem Feld zu entfernen [24]
▪ Eine kurzfristige Lagerung ist unter kühlen, hochfeuchten Lagerbedingungen möglich [24]


Heilwirkungen & Indikationen (Zusammenfassung)

▪ [+] EbM/Allopathie:
►Magen: Magengeschwürprophylaxe [24]
►Zelle: Krebsprophylaxe [1179][1180]

▪ [++] Volksmed.:
►Ernährung: Tonikum (2) (B-Vitamine) [14]

▪ [+] Volksmed.:
►Ernährung: glutenersetzend [24]
►Ernährung / Stoffwechsel: blutzuckersenkend [24], cholesterinsenkend [24]
►Herz: Herz- und Kreislaufstörungen [14]
►Magen-Darm: Verdauung regulierend [24]
►Zelle / Alter: Altersbeschwerden [14]

Evidenzbasierte Medizin EbM / Allopathie (Evidenzgrad I‐IV)

▪ [+] EbM/Allopathie:
►Magen: Magengeschwürprophylaxe [24]
►Zelle: Krebsprophylaxe [1179][1180]

Pharm. / labor. Studienergebnisse (Evidenzgrad V-VI)

-

Allopathie (obsolet)

-

Traditionelle Volksmedizin

▪ [++] Volksmed.:
►Ernährung: Tonikum (2) (B-Vitamine) [14]

▪ [+] Volksmed.:
►Ernährung: glutenersetzend [24]
►Ernährung / Stoffwechsel: blutzuckersenkend [24], cholesterinsenkend [24]
►Herz: Herz- und Kreislaufstörungen [14]
►Magen-Darm: Verdauung regulierend [24]
►Zelle / Alter: Altersbeschwerden [14]

Homöopathie

-

Anthroposophische Medizin

-

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

-

Wechselwirkungen

-

Medizinische Rezepturen

-

Rezepte - Essen & Trinken

▪ [Blumenkohl zubereitet]: Blätter entfernen, Strunk kürzen und einschneiden, Kohlkopf im Ganzen etwa 8-20 min in Salzwasser garen (oder 5 min kochen / zerteilt in Röschen für 10-15 min dünsten oder im Ofen für etwa 15 Minuten backen), durch Zugabe von etwas Milch oder Zitronensaft bleibt Blumenkohl weiß [24]. Serviert wird er klassisch mit zerlassener Butter, mit Holländischer Sauce oder Béchamelsauce, auf polnische Art mit in Butter geröstetem Paniermehl (in Bayern und Österreich als „Karfiol mit Brösel“ bekannt) oder mit Käse überbacken. Außerdem kann er im Teigmantel in Fett ausgebacken werden (Pakora); auch Panieren und Frittieren sind mögliche Zubereitungsweisen [24]
▪ [Blumenkohlblätter zubereitet]: Die Blätter können gekocht und im Mixer zerkleinert zu einer Cremesuppe verarbeitet werden [24]
▪ [Romanesco zubereitet]: Romanesco behält seine frische grüne Farbe durch kurzes Abschrecken in Eiswasser, serviert wird er ebenfalls wie Blumenkohl klassisch mit zerlassener Butter, mit Holländischer Sauce oder Béchamelsauce, auf polnische Art mit in Butter geröstetem Paniermehl oder mit Käse überbacken, außerdem eignet er sich dazu, im Teigmantel in Fett ausgebacken zu werden [24]
▪ [Überbackener Kohl, für 4 Personen]: 1 kleiner Blumenkohl und 500 g Brokkoli von den Strünken trennen, in kleine Röschen zerpflücken, in Salzwasser etwa 5 min kochen lassen, dann herausnehmen und abtropfen, 250 g beliebige Nudeln gar kochen, ebenfalls abtropfen, in einer Pfanne etwas Butter zerlassen und darin 1 Zwiebel, eine in kleine Stücke geschnittene Paprika und 3 gehäutete und in kleine Teile geschnittene Tomaten (auch aus der Dose) anrösten lassen, alles salzen und pfeffern, das gekochte Kohlgemüse zufügen, eine Auflaufform mit Olivenöl ausstreichen, 1 Teil Nudeln hineingeben, dann das angeröstete Gemüse, als nächste Schicht die restlichen Nudeln, 250 ml Schlagsahne mit 2 ganzen Eiern verquirlen, salzen und über den Auflauf verteilen, etwa 25 min im vorgeheizten Ofen überbacken (bei 220 °C), den Auflauf herausnehmen, geschnittene Mozarellascheiben (etwa 250 g) darüber verteilen, nochmals in den Herd schieben und so lange weiterbacken, bis der Käse zerlaufen ist und eine leichte braune Kruste bildet [14]


Nutzung nichtmedizinisch

▪ [Gemüsepflanze]: Gemüse (roh, gegart, gedünstet, gekocht) [24]
▪ [Kulturpflanze]: k.A. [25]
▪ [Lebensmittelpflanze]: Blumenkohl (frittiert, gebraten, geröstet, gegrillt, eingelegt, überbacken, etc.) [14][24], Überbackener Kohl [14], Blumenkohl als kalorienarme, glutenfreie Alternative zu Reis und Mehl [24], Blumenkohlreis (Blumenkohlröschen gepulst und in Öl gekocht) [24], Blumenkohl-Pizzaboden aus Blumenkohlmehl hergestellt (in Pizzerien beliebt) [24], Blumenkohlpüree als kohlenhydratarme Alternative zu Kartoffelpüree [24]

Nutzung nichtmedizinisch (obsolet)

-

Ethnobotanische Bedeutung

-

Ethnobotanische Bedeutung (obsolet)

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Quellenangaben


[14] Hirsch S. & Grünberger F. (2006): Die Kräuter in meinem Garten. 1. Auflage, Freya Verlag, Linz
[24] Wikipedia: Die freie Enzyklopädie / The Free Encyclopedia
[25] Busse B.: Eigene Darstellung - PlantaMedia
[1179] Verhoeven D.T., Goldbohm R.A., van Poppel G., Verhagen H., van den Brandt P.A. (1996): Epidemiological studies on brassica vegetables and cancer risk
[1180] Higdon J.V., Delage B., Williams D.E., Dashwood R.H. (2007): Cruciferous vegetables and human cancer risk: Epidemiologic evidence and mechanistic basis

Autor: Benjamin Busse
Letzte Änderung am 2023-12-05 05:56:34
durch Benjamin Busse